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Operatives sowie Nettoergebnis im Rahmen der Prognose; solide Kapitalaustattung; Kreditwachstum bei gleichzeitig massivem Abbau notleidender Kredite

„Unser Ergebnis für die ersten neun Monate entspricht den Annahmen, die wir im Sommer dieses Jahres getroffen haben“, kommentierte Andreas Treichl, Vorstandsvorsitzender der Erste Group Bank AG, die Ergebnisse der ersten drei Quartale 2014. „Wir haben den Bilanz- und Stress-Test der EZB bzw. EBA - trotz der im Vergleich zu Süd- oder Westeuropa wesentlich härteren Annahmen für einige unserer CEE-Kernmärkte, insbesondere Tschechien und Kroatien - gut bestanden. Zusätzliche Risikovorsorgen sind derzeit keine erkennbar. Wir konnten im Jahresvergleich mehr als eine Milliarde Euro notleidender Kredite abbauen und verzeichnen seit nunmehr fünf Quartalen eine stark verbesserte Kreditqualität. Die Wachstumsaussichten für unsere Region liegen trotz zuletzt leichter Abschwächung doppelt so hoch als jene der Eurozone, was unser Portfolio an gesunden Krediten nach langer Zeit wieder steigen lässt. Unsere Kapitalausstattung ist besser als erwartet, so dass wir auch zum Jahresende 2014 komfortabel eine harte Kernkapitalquote von über 10% ausweisen werden können“, so Treichl abschließend.

Highlights
(GuV-Zahlen: 1-9 2014 verglichen mit 1-9 2013, Bilanzzahlen: 30. September 2014 verglichen mit 31. Dezember 2013)

Der Zinsüberschuss ging auf EUR 3.369,6 Mio zurück (EUR 3.515,8 Mio), was im Wesentlichen auf das anhaltend niedrige Marktzinsniveau sowie Währungseffekte zurückzuführen war. Angestiegen ist hingegen der Provisionsüberschuss, begünstigt durch ein verbessertes Ergebnis aus der Vermögensverwaltung, auf EUR 1.372,7 Mio (EUR 1.343,7 Mio). Das Handels- und Fair Value-Ergebnis reduzierte sich auf EUR 166,5 Mio (EUR 184,2 Mio). Die Betriebserträge beliefen sich damit auf EUR 5.117,5 Mio (-2,8%; EUR 5.263,3 Mio).

Der Verwaltungsaufwand sank um 4,8% auf EUR 2.783,7 Mio (EUR 2.924,4 Mio), hauptsächlich bedingt durch einen Rückgang im Personalaufwand wegen der geringeren durchschnittlichen Mitarbeiterzahl (Verkauf der Erste Bank Ukraine; Restrukturierungsprogramm in der BCR). Daraus resultierte ein Betriebsergebnis von EUR 2.333,8 Mio (-0,2%; EUR 2.338,9 Mio) und eine verbesserte Kosten-Ertrags-Relation von 54,4% (55,6%).

Die Wertberichtigungen für nicht erfolgswirksam zum Fair Value bilanzierte finanzielle Vermögenswerte (netto) erhöhten sich im Rahmen der am 3. Juli 2014 angekündigten gestiegenen Risikokostenerwartung für 2014 um 34,5% auf EUR 1.674,9 Mio bzw. 175 Basispunkte des durchschnittlichen Kundenkreditbestands (EUR 1.245,0 Mio bzw. 120 Basispunkte). Der Anstieg ist insbesondere auf zusätzliche Risikokosten in Rumänien im Zusammenhang mit dem angekündigten beschleunigten NPL-Abbau zurückzuführen. Die NPL-Quote ging unterstützt durch einen erfolgreichen NPL-Verkauf in Rumänien deutlich auf 8,9% (9,6%) zurück. Die NPL-Deckungsquote verbesserte sich erheblich auf 68,8% (63,1%).

Der sonstige betriebliche Erfolg belief sich auf EUR -1.628,6 Mio (EUR -520,2  Mio). Hauptverantwortlich dafür waren Abschreibungen von Firmenwerten in Höhe von EUR 420,9 Mio sowie Kundenstock und Marke in Rumänien von insgesamt EUR 489,8 Mio. Signifikant blieben mit EUR 208,7 Mio (EUR 247,1 Mio) die Banken- und Transaktionssteuern: EUR 95,3 Mio (EUR 125,0 Mio) in Österreich, EUR 31,5 Mio (EUR 31,1 Mio) in der Slowakei sowie EUR 81,8 Mio (EUR 90,9 Mio) in Ungarn (inkludiert die gesamte ungarische Bankensteuer von EUR 47,9 Mio für 2014). Darüber hinaus wurden Aufwendungen in Höhe von EUR 360,8 Mio, welche die Erste Group aus dem vom ungarischen Parlament beschlossenen Konsumentenkredit-Gesetz erwartet, in der Position sonstiger betrieblicher Erfolg verbucht.

Steuern vom Einkommen stiegen auf EUR 433,9 Mio. Dies war auf eine negative Veränderung bei den latenten Steuern (netto) von EUR 141,1 Mio zurückzuführen. Das den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnende Periodenergebnis belief sich auf EUR -1.484,0 Mio (EUR 430,6 Mio) und lag damit im Rahmen des Ausblicks.

Das gesamte Eigenkapital nach IFRS sank auf EUR 13,7 Mrd (EUR 14,8 Mrd). Das harte Kernkapital (CET1 aktuell) ging leicht auf EUR 10,9 Mrd zurück, nach EUR 11,2 Mrd (Basel 2.5). Die risikogewichteten Aktiva (aktuell) stiegen auf EUR 100,6 Mrd (EUR 97,9 Mrd). Die harte Kernkapitalquote (CET1, aktuell) lag bei 10,8%, nach 11,4% (Basel 2.5), die Eigenmittelquote (Basel 3, aktuell) bei 15,7%, nach 16,3% (Basel 2.5).

Die Bilanzsumme belief sich auf EUR 197,0 Mrd (EUR 200,1 Mrd). Die Kundenkredite (netto) stiegen leicht auf EUR 120,5 Mrd (EUR 119,9 Mrd). Das Kredit-Einlagen-Verhältnis lag bei 100,3% (98,0%).

Ausblick

  • Für die Erste Group (konsolidiert):
    • Risikokosten zwischen EUR 2,1-2,4 Mrd, je nachdem, ob der Verlust aus dem ungarischen Konsumentenkredit-Gesetz (EUR 350-400 Mio, bisher wurden EUR 360,8 Mio verbucht) in Wertberichtigungen oder im sonstigen betrieblichen Erfolg verbucht wird; in dieser Prognose nicht berücksichtigt sind etwaige Kosten aus einer möglichen Konvertierung der ungarischen Retail-Fremdwährungskredite zu einem begünstigten Wechselkurs;
    • Ein Nettoverlust von EUR 1,4-1,6 Mrd für 2014;
    • Eine CET 1-Quote (final, auf Basis jetzt gültiger Definitionen) von deutlich über 10,0% zum Jahresende;
    • Ein stark verbessertes Betriebsergebnis nach Risikovorsorgen und Nettoergebnis (ROTE: 8-10%) in 2015, trotz weiterhin unverhältnismäßiger Bankensteuern.
  • Für das geografische Segment Rumänien: eine volle Normalisierung der Risikokosten bei 100-150 Basispunkten der durchschnittlichen Brutto-Kundenforderungen ab 2015, einhergehend mit einem beschleunigten NPL-Abbau schon 2014; aufgrund eines geringeren Unwinding-Effekts auf den Zinsüberschuss ein niedrigeres, aber nachhaltiges Betriebsergebnis;
  • Für das geografische Segment Ungarn: eine graduelle Normalisierung der Risikokosten bei 150-200 Basispunkten (bis 2016) der durchschnittlichen Brutto-Kundenforderungen unter der Annahme, dass alle Regierungsmaßnahmen 2014 abgeschlossen werden; aufgrund eines niedrigeren Zinsüberschusses ein niedrigeres, aber nachhaltiges Betriebsergebnis.