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Erste Bank Spar- und Kreditprognose
Umfrage: Österreicher wollen Geld lieber ausgeben als sparen

29.07.2014

  • 45% geben eher aus, 35% wollen eher sparen
  • Durchschnittlicher 12-Moants Sparbetrag: 5.100 Euro
  • Kreditsumme sinkt auf 47.400 Euro

Die ÖsterreicherInnen wollen ihr Geld zurzeit lieber ausgeben (45%) als sparen (35%). Der Betrag, der in den kommenden 12 Monaten auf die hohe Kante gelegt werden soll, liegt bei 5.100 Euro, bei sinkender Beliebtheit des Sparbuchs. Jene die eine Kreditaufnahme geplant haben, rechnen mit einem geringeren Finanzierungsvolumen als noch vor einem Jahr: 47.400 Euro (-27%). Das ergab die aktuelle Spar- und Kreditprognose, eine quartalsweise durchgeführte Umfrage von Integral im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen.

Das liebste Buch der ÖsterreicherInnen…

…verliert an Beliebtheit.  Nur mehr 59% wollen im kommenden Jahr ihr Geld auf ein Sparbuch legen, vor einem Jahr lag der Wert noch bei 65%. Bausparen bleibt stabil mit 52% (-2) genau wie die Lebensversicherung, die 4 von 10 abschließen wollen. Rund ein Drittel plant eine Pensionsvorsorge, Aktien wollen 11% kaufen, 14% Fonds  und 9% Anleihen. Gold ist trotz der Preiskorrektur nach wie vor für 10% ein Anlagethema und Immobilien stehen bei 16% hoch im Kurs. Die Spareinlagen sanken in Österreich seit 2012 um etwa 5 Mrd. Euro, während Sichteinlagen („täglich fällig“) um 14 Mrd. anstiegen.[1]

[1] Quelle: IHS, inkl. Prognose bis Ende 2014

 

Sparen oder Ausgeben?

Der Betrag den man sich vornimmt, in den folgenden 12 Monaten neu- oder wieder zu veranlagen, liegt bei 5.100 Euro, im Vorjahr waren es 4.500 Euro. Niedrige Zinsen machen den ÖsterreicherInnen aktuell weniger Lust auf das Sparen. Von der europäischen Zentralbank ein durchaus erwünschter Effekt, weil sie das Geld der Sparer zur Ankurbelung der Wirtschaft lieber im Konsum sehen würde. Und tatsächlich, 45% der österreichischen Bevölkerung tendiert im Augenblick eher dazu, Geld auszugeben als es anzusparen (35%). 18% fühlen sich weder in die eine noch in die andere Richtung gedrängt. „Man sollte aber trotz niedriger Zinsen nicht aufs Geldanlegen vergessen“, meint Peter Bosek, Privat- und Firmenkundenvorstand in der Erste Bank. Ob für die kurzfristige Liquidität ein Sparbuch für die Notfälle des Alltags, oder der Blick in die Zukunft, eine längerfristige Veranlagung in Richtung Pension. Sinnvoll erscheint bei der aktuellen Zinssituation jedenfalls, ein Gespräch mit dem Bankberater um Möglichkeiten der Inflationsbekämpfung zu besprechen.

Kredit, ja bitte…

…aber etwas weniger. Das scheint die aktuelle Devise der ÖsterreicherInnen zu sein. Unverändert rund ein Drittel plant größere Ausgaben in den nächsten 12 Monaten. 13% (-5) wollen das auch über einen Kredit finanzieren. Eigene Ersparnisse wollen 8 von 10 anzapfen und privat Geldauszuleihen ist für 6% die Wahl der Mittel.

Bei den Kreditzinsen scheint aktuell der Boden erreicht. „Der 3-Monatseuribor, hat bereits das dritte Jahr in Folge eine Null vor dem Komma. Fixzinsvereinbarungen sind in jedem Fall anzuraten, um eine auf 10 oder 15 Jahre kalkulierbare Kreditrate im Haushaltsbudget einplanen zu können“, meint Bosek. Denn die globalen Zinsen werden irgendwann wieder steigen, den Zeitpunkt dafür kann nur momentan niemand voraussehen.

Zum Studiendesign: Integral hat 1.000 ÖsterreicherInnen (repräsentativ für die österreichische Bevölkerung ab 14 Jahren) mittels telefonischen Interviews nach ihren geplanten Spar- und Anlageformen sowie ihrem Finanzierungsbedarf gefragt. Die Befragung fand im Zeitraum von 9. Mai bis 30. Juni 2014 statt. Soweit nicht anders angegeben, handelt es sich bei den Vergleichswerten um Zahlen aus dem gleichen Quartal des Vorjahrs.