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Ende der geldpolitischen Lockerungen in CEE – aber noch keine Zinswende in Sicht

Die ungarische Zentralbank erwies sich als die letzte unter den CEE-Mohikanern: Die Zinssenkung der vergangenen Woche von 1,5% auf 1,35% markierte das Ende des geldpolitischen Lockerungszyklus‘ in der Region – von Serbien abgesehen. Das bedeutet aber noch nicht, dass es in nächster Zeit in ganz CEE zu einer Anhebung der Zinsen kommen wird, erklären die Analysten der Erste Group.

  • In Polen sollte das wirtschaftliche Umfeld eigentlich sogar einen niedrigeren Basiszinssatz erlauben, doch spricht die restriktive Einstellung der NBP gegen weitere Zinsschritte. Die Analysten erwarten, dass der Leitzinssatz mindestens ein weiteres Jahr unverändert bei 1,5% bleiben wird.
  • Auch in Ungarn hat die MNB starke Argumente gegen einen Zinsschritt – dazu zählen nicht nur die gedämpften Inflationserwartungen, sondern auch die von der Zentralbank eingesetzten unkonventionellen Instrumente. Obwohl ab dem 4. Quartal 2015 negative Realzinsen erwartet werden, halten die Analysten der Erste Group für sehr unwahrscheinlich, dass der geldpolitische Rat den Leitzinssatz 2015 oder 2016 anheben wird.
  • In Tschechien scheint das Bekenntnis zur Stabilisierung des Wechselkurses zwar eher als Anker denn als Untergrenze zu dienen. Der Wechselkurs könnte dennoch nach wie vor das wichtigste geldpolitische Instrument bleiben. Mit einer Änderung des Leitzzinssatzes ist jedenfalls nicht vor dem zweiten Halbjahr 2016 zu rechnen.
  • Bei der rumänischen Zentralbank ist aufgrund der erwarteten starken finanzpolitischen Lockerung und der rasch schrumpfenden negativen Produktionslücke die Wahrscheinlichkeit einer Zinswende in absehbarer Zukunft am höchsten. Allerdings erwarten die Analysten der Erste Group vor dem 4. Quartal 2016 keine Zinserhöhung.
  • Die serbische Nationalbank sollte ihre vorsichtige Haltung trotz günstigerer volkswirtschaftlicher, finanzpolitischer und wechselkursspezifischer Entwicklungen beibehalten. Außerdem gab es am Restrukturierungspfad, der im Rahmen der vorsorglichen Bereitschaftskreditvereinbarung mit dem IWF vereinbart wurde, keine wesentlichen Entwicklungen, was die NBS als Signal für eine vorsichtigere Haltung betrachten könnte. Behutsame Zinssenkungen könnten im laufenden Jahr aber dennoch möglich sein.