28.12.2016

Was ist los in CEE? – Erste Group Research gibt Ausblick auf 2017

  • Internationale Politik wird 2017 für CEE wichtiger als lokale Politik sein
  • Inflation wird im ersten Quartal 2017 noch steigen, danach abflauen
  • EU Förderungen werden 2017 Investitionen erneut steigen lassen

Im politischen Bereich erwarten wir von Erste Group Research, dass im Jahr 2017 nicht lokale, sondern eher internationale Ereignisse Auswirkungen auf CEE haben werden. In Frankreich, den Niederlanden und Deutschland wird es Wahlen geben, die die generelle Risikoaversion weiter stärken dürften. Hinzu kommt, dass es auch anderswo in Europa vorgezogene Neuwahlen geben könnte. Politische Unsicherheit auf globaler Ebene und insbesondere die Gefahr einer zusätzlichen Fragmentierung innerhalb der EU wird das Aufwärtspotenzial für CEE-Anlagevermögen (Anleihen, Währungen) begrenzen. In CEE selbst sind nur in Tschechien Wahlen geplant, jedoch hat sich die tschechische Wirtschaft schon immer als eher unempfindlich gegenüber politischen Veränderungen erwiesen. Während Euroskeptiker auch in CEE Aufwind haben, ist die Beliebtheit der EU Mitgliedschaft hier nach wie vor sehr hoch und in manchen CEE Ländern in den letzten Monaten sogar noch weiter gestiegen.

Ein wichtiger Faktor in den letzten Jahren war immer die verhältnismäßig niedrige Inflationsrate in CEE, was sich jedoch seit einigen Monaten aufgrund der steigenden Ölpreise zu ändern scheint. Daher gehen wir davon aus, dass die Inflation auch in den kommenden Monaten kräftig ansteigen wird. Da sich aber der mit dem Ölpreis verbundene Basiseffekt ab März 2017 wieder abschwächen dürfte, sollte sich der Anstieg der Inflation im restlichen Jahr 2017 nicht weiter beschleunigen. Obwohl die Inlandsnachfrage zunimmt, sollte sich die importierte Inflation nicht zu stark äußern. Generell gehen wir für 2017 in CEE von einer durchschnittlichen Inflationsrate von 1,3% aus, gegenüber -0,4% im Jahr 2016.

Die Investitionswachstumsrate in CEE war 2016 negativ, da sich der Zustrom von EU Fördermitteln gegenüber dem Rekordjahr 2015 deutlich verlangsamt hat. Dies sollte sich nächstes Jahr wieder umkehren und alle CEE-Länder dürften von wachsenden Investitionsvolumen profitieren. Wir erwarten, dass das durchschnittliche Wachstum der Anlageinvestitionen in CEE 2017 zwischen 3,4 und 7,0% liegen wird.

Den Link zum vollständigen Erste Group Research Bericht “What’s up in CEE” (nur englisch) finden Sie weiter unten.