12.05.2016
 

Wohnstudie 2016: Wohnen für junge Menschen kaum noch leistbar

  • 56% der ÖsterreicherInnen wohnen im Eigenheim
  • Studenten sind „Nesthocker“: 59% wohnen bei den Eltern
  • Fixzinsdarlehen jetzt so günstig wie nie

Die steigenden Immobilen und Mietpreise machen den ÖsterreicherInnen zu schaffen: Mehr als die Hälfte der Studierenden kann sich kein eigenes zu Hause leisten, bei den jungen Erwachsenen sind es 23%. Wie wohnt der Rest der ÖsterreicherInnen und welche Wohnträume haben sie? Wie möchten sie ihre Wünsche von einem eigenen Heim finanzieren? Erste Bank und s Bausparkasse haben sich diesen Fragen gewidmet und stellen eine repräsentative Integral Studie vor.

Lust auf Eigentum

Das Wohnen im Eigenheim bleibt in Österreich die beliebteste Wohnform: 56 % geben an,  in den eigenen vier Wänden zu leben. Ein Hauseigentum besitzen davon 41% der ÖsterreicherInnen, 14% eine Eigentumswohnung. 4 von 10 Befragten (44%) geben an in einem Mietverhältnis zu wohnen, wobei hier die Bundeshauptstadt mit 82% heraussticht. Der Anteil der Ein- und Zweifamilienhäuser ist dagegen mit 71% in Niederösterreich auffällig hoch.

Auch die durchschnittliche Wohnfläche der ÖsterreicherInnen ist im Vergleich zum Jahr 2010 gestiegen. Herr und Frau Österreicher wohnen derzeit durchschnittlich auf 116 m² Wohnfläche (+4m²). Allerdings gibt es auch hier enorme regionale Unterschiede: In Niederösterreich lebt man aufgrund der hohen Einfamilienhausdichte durchschnittlich auf 141 m2, in Wien hingegen auf 81 m².

 

Mehr als die Hälfte der Studierenden wohnt bei Eltern

Josef Schmidinger, © Erste Bank, Daniel Hinterramskogler

Mit der derzeitigen Wohnsituation sind aktuell 83% zufrieden. Jeder dritte Österreicher wohnt mit der Familie unter einem Dach, etwas mehr, nämlich 35% nur mit dem Partner und 21% leben alleine. Besonders dramatisch hat sich die Zahl der jungen Erwachsenen entwickelt, die bei den Eltern leben. 59% der Studierenden können sich kein eigenes zu Hause leisten; das sind über die Hälfte mehr als 2010. Bei den jungen Erwachsenen sind es 23%. Daher scheint es auch nicht verwunderlich, dass vermehrt diese Altersgruppe einen baldigen Umzug plant: 77% der Studierenden möchte in den nächsten 5 Jahren umziehen, bei den jungen Erwachsenen (18 bis 39 Jahre) sind es 52%. 

Und wohin möchten die jungen ÖsterreicherInnen ziehen? Mietwohnungen sind mit 42% die beliebteste Wohnform bei den Studierenden, eine Eigentumswohnung kommt für 18 % in Frage. Während das Hauseigentum nur für 17% der Studierenden interessant ist, ziehen 3 von 10 jungen Erwachsenen diese Wohnform in Erwägung (34%), fast ein Viertel möchte künftig in einer Mietwohnung leben (21%).

„Die österreichische Bevölkerung misst dem Wohnen einen hohen Stellenwert bei. Vor allem junge Menschen möchten ihre Wohnsituation individuell gestalten und an ihre Bedürfnisse anpassen.“, meint Josef Schmidinger, Generaldirektor der Bausparkasse der österreichischen Sparkassen AG.

 

Finanzierung des Wohntraumes

Thomas Schaufler, ©Erste Bank, Daniel Hinterramskogler

Um den Wohntraum zu finanzieren, können 35% der Befragten auf eigene Ersparnisse zurückgreifen, weiteren 8 % wird durch Ersparnisse der Familie geholfen. Da diese Eigenmittel aber selten ausreichend sind, wird oftmals zusätzliches Kapital benötigt. 36% der ÖsterreicherInnen möchten eine Fremdfinanzierung in Anspruch nehmen.  Das Bauspardarlehen ist dabei mit 61% die beliebteste Form, um die Anschaffungskosten für neuen Wohnraum zu decken, 57% interessieren sich für einen Wohnkredit (Mehrfachnennungen möglich). „Wir setzen ganz stark auf Fixzinsfinanzierungen mit langen Laufzeiten damit die monatliche Rate vorweg kalkulierbar ist und man so über Jahre ruhig schlafen kann“, hält Thomas Schaufler, Privatkundenvorstand der Erste Bank Oesterreich fest.


Wunsch nach Sicherheit

Welche Anforderungen stellen die ÖsterreicherInnen beim Thema Wohnen an ihre Bank?  Neben günstigen Konditionen (89%) und einem guten Preis-/ Leistungsverhältnis (88%) wird vor allem Sicherheit bei der Finanzierung (87%) und kompetente Beratung durch den persönlichen Betreuer (77%) erwartet. Tendenziell wissen KundInnen heute sehr gut Bescheid, wenn sie in eine Bankfiliale kommen. So nutzen 64%  im Vorfeld Online-Plattformen, um sich über Finanzierungen zu informieren.


Grundbuch statt Sparbuch

92% der Befragten sehen Immobilien als wertbeständige Anlage und gerade bei niedrigen Zinsen als gute Investitionsmöglichkeit (88%). 8 von 10 geben außerdem an, lieber Kreditraten als Miete zahlen zu wollen. Eigentum ist die beste Vorsorge. Eigentum senkt die Wohnkosten und gibt daher mehr Spielraum beim frei verfügbaren Einkommen in späteren Jahren.  „Ich empfehle unbedingt, jetzt die Gunst der Stunde für einen niedrig verzinsten Fixzinskredit zu nützen. Insbesondere bei langfristigen Finanzierungen sollte man daran denken, dass die Zinsen und damit auch wieder die monatlichen Raten  steigen können“, ergänzt Schaufler.

Zum Studiendesign:
In einer in der Zeit von 17. März bis 07. April 2016 durchgeführten Online-Befragung wurde die Wohnsituation der österreichischen Bevölkerung zwischen 18 und 69 Jahren erhoben sowie deren Wünsche und Bedürfnisse zur Veränderung. Dabei wurden die Befragten aufgrund der demografischen Daten fünf Lebensphasen zugeordnet, um typisches Wohnverhalten zu charakterisieren: Studenten (18 – 29 Jahre), junge Erwachsene ohne Kinder (20 – 39 Jahre), etablierte Erwachsene ohne Kinder (40 – 59 Jahre), Familien (20 – 59 Jahre mit Kindern im eigenen Haushalt) und Senioren (60 – 69 Jahre). Insgesamt wurden 1.749 Personen befragt. Es liegt damit eine fundierte Untersuchung der Wohnverhältnisse vor, die sich auf Aussagen individueller Personen stützt und die Mikrozensuserhebungen der Statistik Austria um diese persönliche Sicht ergänzt.