26.02.2026

Erste Group wächst weiter stark im Kundengeschäft

  • Kundenkredite im Jahresvergleich um 6,4 % auf 232,0 Milliarden Euro gesteigert
  • Einlagen wachsen um 4,7 % auf 253,0 Milliarden Euro
  • Steuerabgaben um 4,8 % auf 1,1 Milliarden Euro und Bankenabgaben um 52,0 % auf 372 Millionen Euro gestiegen
  • Märkte außerhalb Österreichs bleiben Impulsgeber mit zwei Dritteln des Nettogewinns
  • George Invest treibt Nachfrage nach Wertpapiersparplänen an

Die Erste Group Bank AG („Erste Group“) blickt auf ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2025 zurück. Sie erzielte einen Nettogewinn von 3,5 Milliarden Euro (2024: 3,1 Milliarden Euro). Ausschlaggebend dafür waren insbesondere das fortgesetzte Wachstum im Kundengeschäft aber auch Einmaleffekte. Für zwei Drittel des Nettogewinns sind die Tochterbanken außerhalb Österreichs verantwortlich. Die harte Kernkapitalquote (CET1) stieg signifikant auf 19,3 % und lieferte dadurch eine starke Kapitalisierungsgrundlage für die Akquisition in Polen.

Im Kundengeschäft legte das Kreditvolumen in der gesamten Bankengruppe um 6,4 % zu und stieg auf 232,0 Milliarden Euro (2024: 218,1 Milliarden Euro). In den Märkten außerhalb Österreichs lag dieses Wachstum sogar bei 10,5 % (2024: 5,7 %). Das spiegelt auch die volkswirtschaftliche Dynamik wider: Die CEE-Region wuchs im Schnitt der letzten Jahre meist mit doppelt so hohen BIP-Wachstumsraten wie die Eurozone (2025: 2,3 % vs. 1,5 %). Im Privatkundengeschäft wurden vermehrt Wohnbaufinanzierungen nachgefragt, an Firmenkunden wurden verstärkt Investitionskredite vergeben. 

Neben einer höheren Kreditvergabe, konnte auch ein Plus von 4,7 % bei den Einlagen verzeichnet werden. Sie stiegen auf 253,0 Milliarden Euro (2024: 241,7 Milliarden Euro). Ausschlaggebend hierfür waren vor allem steigende Kerneinlagen in Tschechien, Ungarn und Kroatien. Aufgrund des anhaltenden Wachstums im Kundengeschäft konnte der Zinsüberschuss auf 7,8 Milliarden Euro gesteigert werden (2024: 7,5 Milliarden Euro).

 

Unser Ergebnis 2025 zeigt, welche Kraft in unserer Region steckt. Vor diesem Hintergrund freuen wir uns über den erfolgreichen Abschluss der Akquisition in Polen, die unsere Marktstellung in der Region auf ein neues Niveau hebt. Sie ist ein Meilenstein für unsere Gruppe und wurde nur durch die starke Performance in all unseren Märkten möglich. Gleichzeitig ist uns bewusst, dass die Integration einer so großen Bank Aufmerksamkeit und Ressourcen erfordert, weshalb wir diesen Prozess mit dem gebotenen Fokus angehen.“, sagt Peter Bosek, CEO der Erste Group. 

Investments für jüngere Zielgruppen interessant

Der Provisionsüberschuss stieg um 8,6 % auf 3,2 Milliarden (2024: 2,9 Milliarden Euro), getrieben durch Wachstum in den Bereichen Zahlungsverkehr sowie Wertpapier- und Versicherungsdienstleistungen. Einer der Treiber hinter dieser Entwicklung ist der Launch von George Invest in Österreich und Tschechien – eine Plattform, die speziell darauf ausgerichtet ist, jüngere Anlegersegmente anzusprechen. Seit der Einführung sind die Ergebnisse vielversprechend: In Österreich werden inzwischen rund 62 % der Wertpapiertransaktionen von Kund:innen unter 35 Jahren durchgeführt, in Tschechien liegt dieser Wert bei 33 %.  Die Erste Group verwaltete zum Jahresende 2025 knapp 2 Millionen Sparpläne, eine Steigerung von 25 %, verglichen mit 1,6 Millionen zum Jahresende 2024. Zusammen mit positiven Marktentwicklungen lies dies das verwaltete Vermögen (AuM) der Erste Asset Management auf 103,9 Milliarden Euro anwachsen (2024: 91,6 Milliarden Euro).

Starke Kapitalbasis durch positive Geschäftsentwicklung und Einmaleffekte

Die Betriebserträge konnten um 4,3 % auf 11,7 Milliarden Euro (2024: 11,2 Milliarden Euro) gesteigert werden. Im Rahmen der Erwartungen stiegen die Betriebskosten um 5,8 % auf 5,6 Milliarden Euro (2024: 5,3 Milliarden Euro). Haupttreiber waren höhere Personal- und IT-Kosten sowie Rechts- und Beratungskosten im Zusammenhang mit der Akquisition in Polen. Die gesamten Risikokosten erhöhten sich auf 478 Millionen Euro (2024: 397 Millionen Euro), da im Jahr 2025 mit 117 Millionen Euro weniger Krisenrisikovorsorge-Positionen aufgelöst wurden als im Jahr 2024 (271 Millionen Euro). Die Belastung durch Bankensteuern nahm um 52,0 % auf 372 Millionen Euro zu (2024: 245 Millionen Euro). Hinzu kommen 67 Millionen Euro (2024: 103 Millionen Euro) an Bankensteuer in der Slowakei, die in der Position Steuern vom Einkommen verbucht wurden.

Aufgrund von Einmaleffekten wie beispielsweise dem Verkauf des Hauptsitzes der Česká spořitelna in Prag verbesserten sich die sonstigen Betriebserträge auf -158 Millionen Euro (2024: -414 Millionen Euro). Im Jahr 2025 beliefen sich die Steuern vom Einkommen auf 1,1 Milliarden Euro (2024: 1,1 Milliarden Euro). Insgesamt erzielte die Erste Group somit einen Nettogewinn von 3,5 Milliarden Euro (2024: 3,1 Milliarden Euro). Die harte Kernkapitalquote (CET1) stieg signifikant auf 19,3 % und lieferte dadurch eine starke Kapitalisierungsgrundlage für die Akquisition in Polen.

 

Stefan Dörfler, CFO der Erste Group, ergänzt: „Wir haben unsere Kapitalbasis konsequent gestärkt und werden auch nach der Akquisition in Polen eine starke CET1-Quote haben. Zugleich haben wir unser Kundengeschäft deutlich ausgebaut und setzen weiter stark auf Wachstum. Die konsolidierten Zahlen einschließlich der polnischen Bilanz werden wir zum ersten Quartal vorlegen.

Ausblick

Nach dem erfolgreichen Erwerb eines beherrschenden 49%-Anteils an der Santander Bank Polska im Jänner 2026 setzt sich die Erste Group eine reibungslose Integration der neuen Bank zum Ziel. Das Rebranding auf „Erste Bank Polska“ ist im zweiten Quartal 2026 vorgesehen. Die Erstkonsolidierung der Bank in Polen in die Erste Group erfolgt mit den Zahlen zum ersten Quartal 2026.

Ausblick vor Konsolidierung Polen

Ohne Berücksichtigung des Ergebnisbeitrags der Bank in Polen, rechnet die Erste Group mit einem Kreditwachstum von mehr als 5 %. Auf dieser Basis wird ein Wachstum des Zinsüberschusses von etwa 5 % und ein Wachstum des Provisionsüberschusses von mehr als 5 % prognostiziert. Der Anstieg der Betriebsaufwendungen soll auf 3 % begrenzt werden. Damit sollte sich die Kosten-Ertrags-Relation auf rund 47 % im Jahr 2026 verbessern. Die Risikokosten sollten mit 20 bis 25 Basispunkten auf einem angemessenen Niveau bleiben.

Auf Basis des um Sondereffekte bereinigten Nettogewinns für 2025 von 3,3 Milliarden Euro sowie des um außerordentliche Effekte aus der Akquisition und Erstkonsolidierung der Bank in Polen bereinigten Nettogewinns für 2026 erwartet die Erste Group für das Geschäftsjahr 2026 einen um mehr als 20 % höheren Gewinn pro Aktie (EPS) im Jahr 2026. Gleichzeitig soll die Eigenkapitalrendite (ROTE) bei etwa 19 % liegen.

Vorläufiger Ausblick nach Konsolidierung Polen

Der Eintritt in Polen eröffnet den Zugang zum größten Markt der Region und damit entsprechende Wachstumsmöglichkeiten. Vor dem Hintergrund eines verbesserten makroökonomischen Umfelds erwartet die Erste Group, dass das Kreditvolumen der Gruppe unter Einbeziehung von Polen die Marke von 285 Milliarden Euro übersteigt. Der Zinsüberschuss soll auf mehr als 11 Milliarden Euro und der Provisionsüberschuss auf etwa 4 Milliarden Euro steigen. Die Betriebsaufwendungen sollten bei circa 7 Milliarden Euro liegen. Die Risikokosten dürften – abgesehen von einmaligen Effekten aus der Erstkonsolidierung – auf 25 bis 30 Basispunkte ansteigen, da Risikokosten in Polen etwas höher liegen als in anderen CEE-Märkten.

Der ausgewiesene Nettogewinn der Erste Group wird mit etwas unter 4 Milliarden Euro prognostiziert, der um außerordentliche Posten im Zusammenhang mit der Erstkonsolidierung der Bank in Polen bereinigte Nettogewinn wird bei etwas über 4 Milliarden Euro erwartet.

Dividende 2025

Da der Kauf der Bank in Polen zur Gänze aus Eigenmitteln finanziert wurde, was 2025 eine stärkere Gewinneinbehaltung erforderlich machte, wird der Vorstand der Erste Group der Hauptversammlung eine reduzierte Dividendenzahlung von EUR 0,75 je Aktie vorschlagen. Dies entspricht nach Abzug von AT1-Dividenden einer Ausschüttungsquote von 9,1% des Nettogewinns 2025 und damit der 2025 verfolgten Dividendenpolitik, die Ausschüttungsquote, wie zum Zeitpunkt des Kaufes angekündigt, auf maximal 10 % zu beschränken.