13.10.2026

Sparstudie 2026: Das Sparbuch bleibt, die Wertpapiere kommen

  • Stellenwert des Sparens auf Höchstwert seit 2014: 83 Prozent halten Sparen für sehr oder ziemlich wichtig
  • Monatlicher Sparbetrag sinkt auf 306 Euro, nur noch 34 Prozent sind damit zufrieden
  • Wertpapiere überholen das Bausparen: 40 Prozent nutzen Wertpapiere, nur noch 34 Prozent einen Bausparer
  • Weltspartag als Grund für den Filialbesuch: 26 Prozent, nach 17 Prozent im Jahr 2019

Sparen hat in Österreich Tradition, aber die Art des Sparens verändert sich. Die aktuelle Sparstudie von Erste Bank und Sparkassen, für die IMAS International 1.382 Personen repräsentativ befragt hat, zeigt, wie die Österreicherinnen und Österreicher heute sparen, wo ihr Erspartes liegt und wie sie Vermögen für die nächste Generation aufbauen.

Sparen so wichtig wie seit 2014 nicht

Für 83 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher ist es sehr oder ziemlich wichtig, Geld zur Seite zu legen, nach 80 Prozent im Vorjahr. Das ist der höchste Wert seit 2014. 45 Prozent bezeichnen Sparen sogar als „sehr wichtig“. Besonders hoch ist der Stellenwert bei den Jungen: In der Generation Z hält die Hälfte Sparen für sehr wichtig, bei den Babyboomern sind es 33 Prozent. „Die Menschen in Österreich wollen sparen, und zwar mehr als in den vergangenen Jahren. Das zeigt, wie groß das Bedürfnis nach finanzieller Sicherheit ist. Ein eigenes Polster gibt Halt und die Freiheit, selbst zu entscheiden“, sagt Gerda Holzinger-Burgstaller, Vorstandsvorsitzende der Erste Bank Oesterreich. 89 Prozent der Befragten verbinden Sparen mit einem Gefühl von Sicherheit, 88 Prozent mit persönlicher Unabhängigkeit. Beide Werte sind gegenüber dem Vorjahr leicht gestiegen.

Weniger Spielraum: Sparbetrag sinkt, Unzufriedenheit wächst

Der Wille zum Sparen ist da, der finanzielle Spielraum wird jedoch enger. Sparende legen im Schnitt 306 Euro pro Monat zur Seite, um 14 Euro weniger als im Vorjahr. Rechnet man die Inflation heraus, liegt der Sparbetrag real in etwa auf dem Niveau von 2016 (Schätzung auf Basis des Verbraucherpreisindex und der WIFO-Prognose für 2026). Nur noch 34 Prozent sind mit diesem Betrag sehr oder ziemlich zufrieden, nach 39 Prozent im Vorjahr. Das ist der niedrigste Wert seit 2014. Ein Drittel sagt, dass am Monatsende nichts mehr zum Sparen übrig bleibt. Mit 33 Prozent sind das um vier Prozentpunkte mehr als 2025.

Deutlich ist der Unterschied zwischen den Geschlechtern: Männer sparen im Schnitt 384 Euro im Monat, Frauen 227 Euro und damit rund 40 Prozent weniger. Gesamtwirtschaftlich sank die Sparquote der privaten Haushalte laut vorläufigen Daten von Statistik Austria 2025 von 11,7 auf 10,0 Prozent, für 2026 erwartet das WIFO 8,7 Prozent. „Viele legen nach wie vor Geld zur Seite, haben aber das Gefühl, dass es nicht reicht. Umso wichtiger ist es, das vorhandene Geld bewusst einzusetzen. Auch kleine Beträge machen einen Unterschied, wenn man regelmäßig spart“, so Holzinger-Burgstaller. 89 Prozent der Befragten sehen das ebenso.

Gespart wird vor allem für die eigene Sicherheit: 91 Prozent legen Geld als Notgroschen für Notfälle zur Seite, 77 Prozent zur finanziellen Absicherung und Vorsorge und 73 Prozent für ihre finanzielle Unabhängigkeit. Alle drei Werte liegen um sieben bis acht Prozentpunkte über dem Vorjahr.

Wo das Ersparte liegt: Wertpapiere überholen das Bausparen

Das Sparbuch bzw. Sparkonto bleibt mit 79 Prozent die meistgenutzte Sparform. Der Anteil jener, die Wertpapiere nutzen, steigt von 38 auf 40 Prozent. Damit haben Wertpapiere das Bausparen überholt: Der Bausparer lag 2025 mit 43 Prozent noch klar vorne und geht nun auf 34 Prozent zurück. Gold und andere Edelmetalle legen von 24 auf 30 Prozent zu, Kryptowährungen von 12 auf 15 Prozent.

Aber es liegt noch immer viel Geld dort, wo es kaum Ertrag bringt: 52 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher sparen (auch) am Girokonto, in der Generation Z sind es sogar 65 Prozent. Ein Viertel bewahrt Erspartes zu Hause oder im Tresor auf, im Vorjahr waren es 23 Prozent. „Das Girokonto ist ein Konto für den Alltag, kein Sparkonto. Als Reserve für unerwartete Ausgaben sollten dort höchstens drei Monatsgehälter liegen. Was darüber hinausgeht, gehört kurzfristig auf ein Sparkonto und langfristig etwa in Wertpapiere“, sagt Maximilian Clary und Aldringen, Privatkundenvorstand der Erste Bank Oesterreich.

ETFs treiben das Wachstum bei den Wertpapieren. Unter den Wertpapierbesitzerinnen und -besitzern stieg ihr Anteil binnen eines Jahres von 38 auf 50 Prozent, in der Generation Z liegt er bei 72 Prozent. Aktien bleiben mit 66 Prozent die meistgenutzte Wertpapierform. Männer investieren deutlich häufiger in Wertpapiere als Frauen (48 gegenüber 32 Prozent). Auch die Risikobereitschaft steigt leicht: Der Anteil jener, die sich bei der Geldanlage als sehr oder eher risikobereit bezeichnen, wächst von 16 auf 19 Prozent. „Für viele sind ETFs der Einstieg in den Kapitalmarkt. Sie sind breit gestreut und schon mit kleinen monatlichen Beträgen möglich. Entscheidend ist, dass die Veranlagung zu den eigenen Zielen und zur eigenen Risikobereitschaft passt. Dabei unterstützen wir in der persönlichen Beratung“, so Clary und Aldringen.

Weltspartag bleibt Anlass für den Filialbesuch

Für 26 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher ist der Weltspartag ein Grund, in die Bank oder Sparkasse zu gehen. Bei der letzten vergleichbaren Erhebung 2019 waren es 17 Prozent. 60 Prozent sehen im Weltspartag einen Tag für Alt und Jung, 54 Prozent erinnert er an die Bedeutung des Sparens. Bei der letzten Erhebung 2024 waren es 50 Prozent. Stärkstes Symbol des Weltspartags bleibt mit 46 Prozent der Sparefroh, der heuer seit 70 Jahren in Österreich im Einsatz ist. „Am Weltspartag nehmen sich unsere Beraterinnen und Berater Zeit für das persönliche Gespräch über Sparziele, Reserven und den Vermögensaufbau. Dass jede und jeder Vierte darin einen Grund sieht, zu uns zu kommen, freut uns. Persönliche Beratung bleibt auch in einer digitalen Welt gefragt“, betont Holzinger-Burgstaller.

Ansparen für die nächste Generation

43 Prozent der Sparenden legen Geld für die eigenen Kinder zur Seite, 20 Prozent für Enkel, Patenkinder oder andere nahestehende Kinder. Dabei dominieren klassische Produkte: Sparbuch (44 Prozent), Jugendkonto bzw. Jugendclub (40 Prozent) und Bausparvertrag (35 Prozent) wurden am häufigsten für Kinder und Jugendliche genutzt oder abgeschlossen. Wertpapier- oder ETF-Sparen für junge Menschen nutzen erst 15 Prozent. Grundsätzlich ist das Interesse am langfristigen Ansparen für junge Menschen groß: 40 Prozent finden ein Angebot sehr oder ziemlich interessant, mit dem man Geld für junge Menschen anspart und später einfach überträgt. In der Generation Z sind es 58 Prozent, in der Generation Y 46 Prozent. Wichtig sind dabei geringe Kosten bei der Übertragung (83 Prozent), die Möglichkeit, auch kleine Beträge regelmäßig anzusparen (81 Prozent), und selbst über den Zeitpunkt der Übergabe zu entscheiden (76 Prozent).

Wie wichtig ein früher Vermögensaufbau ist, zeigt auch die Wohnsituation junger Menschen. Laut Statistik Austria (Mikrozensus-Arbeitskräfteerhebung 2025) wohnen 62,5 Prozent der 20- bis 24-Jährigen in Österreich noch bei den Eltern, bei den 25- bis 29-Jährigen sind es 23,7 Prozent. Die Generation Z spart laut Sparstudie besonders häufig für eine spätere Immobilienfinanzierung: 61 Prozent gegenüber 30 Prozent im Durchschnitt.

Generationendepot: Vermögensaufbau mit geregelter Weitergabe

Damit junge Menschen beim Start ins eigene Leben auf ein finanzielles Polster zurückgreifen können, bieten Erste Bank und Sparkassen das Generationendepot an. Es ist ein Wertpapierdepot für den langfristigen Vermögensaufbau zugunsten einer anderen Person. Bereits bei der Eröffnung werden die begünstigte Person und der Übergabetag festgelegt, beides kann später geändert werden. Bis zur Übergabe, frühestens ab dem 18. Geburtstag der begünstigten Person, bleibt die Verfügung bei der depotinhabenden Person. Eröffnen kann ein Generationendepot jede volljährige Person, ein Verwandtschaftsverhältnis ist nicht erforderlich.

Veranlagt wird innerhalb des jeweiligen Risikobereichs in Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen, Zertifikaten oder Krypto-ETPs, per Einmalzahlung, Wertpapier-Sparplan oder beidem. Gegenüber dem gewählten Depotmodell entstehen keine Extra-Kosten. Die Eröffnung erfolgt derzeit über die persönliche Beratung in der Filiale. Bis 31. Jänner 2027 gibt es beim ersten Wertpapier-Sparplan im Generationendepot für Minderjährige einen Eröffnungsbonus von 50 Euro (ab 10 Euro monatlich, Mindestlaufzeit zwölf Monate).

„Wer für Kinder, Enkel oder Patenkinder anspart, schenkt ihnen Zeit, und Zeit ist beim Vermögensaufbau der wichtigste Faktor. Mit dem Generationendepot legt man schon bei der Eröffnung fest, wer das Vermögen erhält und wann. So entsteht eine Starthilfe für die Ausbildung, die erste eigene Wohnung oder den Berufseinstieg“, so Clary und Aldringen.

Bitte beachten Sie: Das Veranlagen in Wertpapiere birgt neben Chancen auch Risiken.

Über die Generationen (Geburtsjahrgänge)

Babyboomer: 1950–1964
Generation X: 1965–1979
Generation Y: 1980–1994
Generation Z: 1995–2009
Quelle: Simon Schnetzer, Generation Alpha

Über die Studie: Sparstudie 2026 im Auftrag von Erste Bank und Sparkassen: IMAS International hat 1.382 in Österreich lebende Personen (repräsentativ für die österreichische Bevölkerung von 16 bis 76 Jahren) mittels Online-Interview befragt. Die Befragung fand von 13. Juli bis 4. August 2026 statt. Bis 2023 wurde telefonisch bzw. im Mixed Mode befragt, seit 2024 ausschließlich online. Langzeitvergleiche sind daher als Tendenz zu verstehen.