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Reports abonnierenAnalyse Q4 2026
Aus: Global Strategy Q4 2026, 29.09.2026
Der Goldpreis stieg im 3Q in EUR um 6,7%. Die Performance beträgt seit Jahresbeginn in EUR +2,3% bzw. in USD -0,7%.
Die mengenmäßige Goldnachfrage entwickelte sich im 2Q uneinheitlich. Die Schmuckproduktion fiel im Jahresvergleich um 17% auf 310 Tonnen und die Investmentnachfrage verzeichnete bei allen Segmenten einen jährlichen Rückgang. Insgesamt fiel die Investmentnachfrage im 2Q um 46% J/J auf 262 Tonnen. Bei den globalen ETFs war der Rückgang mit 44% am stärksten, bei Münzen und Barren betrug der Nachfragerückgang nur 3% J/J. Im Verlauf des 3Q hat die weltweite Nachfrage nach Gold-ETFs hingegen wieder stark zugenommen und betrug bis Mitte September hohe 171 Tonnen (gegenüber einem Rückgang im 3Q des Vorjahres).
Die globalen Notenbanken haben hingegen ihre Goldkäufe im 2Q stark erhöht. Sie haben netto 289 Tonnen Gold zugekauft, was einer sehr hohen jährlichen Steigerungsrate um 62% entspricht. Die starke Nachfrage der Notenbanken ist ein bereits über ein Jahrzehnt andauernder Trend, der aufgrund der verlässlichen Wertentwicklung von Gold in Krisenzeiten weiter anhalten wird. Da Gold keinem Bonitäts- oder Ausfallrisiko unterliegt, bleibt es für viele Notenbanken ein effektives Instrument zur Diversifikation ihrer Vermögenswerte. Die Goldnachfrage aus dem Technologiesektor, wo es hauptsächlich bei der Halbleiterherstellung eingesetzt wird, hat im Jahresvergleich leicht zugenommen und ist um 2% J/J auf 80 Tonnen angestiegen. Dieses Segment stellt mit nur ca. 7% den kleinsten Teil der globalen Nachfrage dar und hat zudem eine abnehmende Bedeutung.
Aktuell gibt es zahlreiche Faktoren, die die weitere Goldpreisentwicklung negativ beeinflussen. An erster Stelle sind die gestiegenen Opportunitätskosten des Haltens von Gold besonders relevant. Die Renditen für Staatsanleihen sind in den USA und auch global stark angestiegen. Der feste USD und auch die gestiegenen Leitzinsen mindern die Attraktivität von Gold. Zudem sind mittelfristig weitere Leitzinserhöhungen sowohl in den USA als auch in Europa zu erwarten. Die Einkaufsmanagerindizes in den USA, in Europa und Japan signalisieren expandierende Wirtschaftstätigkeit in den jeweiligen Ländern und Regionen. Die wirtschaftlichen Unsicherheiten sind demnach aktuell nicht hoch. Das starke globale Gewinnwachstum der Unternehmen von jährlich 31% J/J ist ein wichtiger Faktor, der die Aktienindizes unterstützt.
Investoren finden daher auch attraktive Veranlagungsmöglichkeiten an den Aktienmärkten. Eine Flucht in Sichere-Hafen-Veranlagungen wie Gold ist daher aus dieser Sicht aktuell nicht opportun. Die ausgeprägt robuste Nachfrage der globalen Notenbanken wirkt hingegen unterstützend auf die Goldpreisentwicklung, ebenso die weiterhin hohen geopolitischen Unsicherheiten.
Ausblick: Wir erwarten, dass sich der Goldpreis im 4Q 2026 mit einer höheren Volatilität als zuletzt seitwärts entwickeln wird. Der von uns prognostizierte Preis zum Jahresende beträgt ca. USD 4.300.
Investment- und Notenbanken-
nachfrage in % des Goldangebots
Quelle: World Gold Council, Erste Group Research
Gold-Nachfrage Segmente Global
Anteile rollierend 2Q25 bis 2Q26
Quelle: World Gold Council, Erste Group Research