Gold

Der Goldpreis fiel im 2Q nach dem Allzeithoch ein Quartal zuvor in EUR um -6%. Die Performance beträgt seit Jahresbeginn in EUR +2% bzw. in USD +1%.

Die Nachfrage der Käufer von Goldmünzen und Barren blieb im 1Q 2026 sehr hoch. Sie stieg im Jahresvergleich um +46% J/J auf 421 Tonnen. Die globalen Notenbanken blieben im 1Q 2026 weiterhin Nettokäufer von Gold mit einem Anstieg der Nachfrage um +3% J/J in Tonnen bzw. sehr hohen +75% J/J in USD. Der Anteil von Gold an den Fremdwährungsreserven der globalen Notenbanken beträgt ca. 27%. Er ist höher als der Anteil von US-Staatanleihen, die ca. 22% ausmachen oder auch höher als der Anteil des EUR, der ca. 15% beträgt. Der positive Nachfragetrend der Notenbanken wird voraussichtlich andauern. Diese Prognose wird von einer im Juni vom World Gold Council veröffentlichten Umfrage bei den globalen Notenbanken bestätigt, wonach 89% der Notenbanken einen Anstieg der in Gold gehaltenen Währungsreserven erwarten. Gleichzeitig hat ein Rekordanteil von 45% der Notenbanken angegeben, dass sie auch ihre eigenen Bestände in den kommenden 12 Monaten aufstocken werden. Die Gründe für die stabile Nachfrage der Notenbanken sind vor allem die Absicherung gegen geopolitische Risiken sowie die  Diversifikation der Vermögenswerte.

In den letzten Monaten gab es auch eine Verschiebung weg von der Schmucknachfrage in Richtung zu physischen Barren und Münzen. Mitte Mai wurde in Indien der Zollsatz auf Goldimporte von 6% auf 15% deutlich erhöht. Dies wird die normalerweise sehr hohe Schmucknachfrage in Indien im Jahresverlauf bremsen, da sie sehr preissensitiv ist.

Durch eine sehr gute Gewinnentwicklung der globalen Unternehmen und einen Rückgang der Volatilität an den Aktienmärkten stieg in der zweiten Hälfte des 2Q die Nachfrage nach risikoreichen Anlagen wie Aktien. Die Investment-nachfrage mittels Gold-ETFs gab in der Folge nach. Gold ETFs verzeichneten im Mai Abflüsse in Höhe von USD 2 Mrd. Vor allem in Asien und in den USA ging die Nachfrage zurück. Nur in Europa erzielten Gold-ETFs geringfügige Zuflüsse. Die Bestände, die durch Gold-ETFs gehalten werden, sanken auf 4.121 Tonnen und waren somit leicht unter dem Höchststand vom Februar von 4.176 Tonnen.

Aktuell sind die Faktoren, die den Goldpreis beeinflussen ausgewogen. Die Opportunitätskosten des Haltens von Gold sind aktuell relevant. Die hohen und voraussichtlich leicht steigenden Renditen von US-Staatsanleihen mindern die Attraktivität von Gold. Zudem sollten die US-Leitzinsen in den USA im September angehoben werden, was für eine Befestigung des USD spricht. Das bremst die Goldpreisentwicklung. Durch das starke Gewinnwachstum der Unternehmen hat der globale Aktienindex neue Rekordhochs erreicht. Das robuste Aktienmarktumfeld, gepaart mit einer historisch niedrigen Volatilität, dämpft ebenfalls die relative Attraktivität von Gold als Anlageklasse. Stark positiv wirkt hingegen die stabile Nachfrage der Notenbanken. Die physische Nachfrage nach Gold sollte nach dem Preisrückgang der letzten Wochen ebenfalls robust bleiben.

Ausblick: Wir erwarten, dass der Goldpreis im Verlauf des 3Q weniger volatil sein wird als in den letzten Monaten und seitwärts tendieren wird. Zum Ende des 3Q prognostizieren wir einen Goldpreis von USD 4.300.

Gold in EUR und USD

Quelle: Datastream, Erste Group Research

Investment- und Notenbanken-
nachfrage in % des Goldangebots

Quelle: World Gold Council, Erste Group Research

Gold-Nachfrage Segmente Global
1Q25 bis 1Q26

Quelle: World Gold Council, Erste Group Research

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Text aktualisiert: {{text3.title}} | Analyst: {{text3.text}}

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