Die Burroughs Additionsmaschine

Die selbstregistrierende Addiermaschine von Burroughs stellte 1907 einen Quantensprung in der Datenverarbeitung gegenüber den handschriftlichen Kassenjournalen des 19. Jahrhunderts dar. Eine wahrhaft revolutionäre technische Erfindung hielt Einzug in die Welt der Banken und Sparkassen.

Gewissermaßen war mit der selbstschreibenden Addiermaschine von Burroughs der Vorläufer des Computers erfunden worden. Sie ermöglichte es, zahlreiche Abläufe bei der Ersten österreichischen Spar-Casse erheblich zu beschleunigen und zu rationalisieren: Halbjahres- und Jahresabschlüsse, Hypothekendarlehensabrechnungen, Kassenbucheinträge, Einlagen- und Rückzahlungsjournale sowie vieles mehr ließen sich plötzlich fast „auf Knopfdruck“ erledigen.

Im Jahr 1907 waren bei der Ersten österreichischen Spar-Casse vier Burroughs-Maschinen im Einsatz. Auch bei anderen Sparkassen machte der technische Fortschritt nicht halt; so kamen derartige Geräte beispielsweise in Baden, Bozen, Brünn, Innsbruck und Klagenfurt zum Einsatz. Zeitzeugen berichten, dass die Burroughs-Addiermaschine in einigen Sparkassen noch bis in die 1950er Jahre verwendet wurde – eine im Vergleich zu heutigen Innovationszyklen unglaublich langlebige Technologie.

Die selbstregistrierende Addiermaschine wurde Ende des 19. Jahrhunderts von William Seward Burroughs erfunden. Er verstarb im Jahr 1898. Das Unternehmen Burroughs und die gleichnamige Marke existierten bis 1986 fort, als die Firma mit der Sperry Corporation unter dem neuen Namen Unisys fusionierte. Unter anderem entwickelte die Burroughs Corporation in den 1960er Jahren Großrechner-Architekturen, die auch im Bankensektor zum Einsatz kamen.

Advertisement in the Deutsche Sparkassen-Zeitung – Organ of the Reich Association of German Savings Banks in Austria, January 1907