Ein Hund macht Karriere: Emil und die Erste

Am 10. Oktober wird der Welthundetag gefeiert. Für uns Anlass, an einen Hund zu erinnern, der in der Geschichte der Erste Bank einen festen Platz hat.

„Die ERSTE ist auf den Hund gekommen“, hieß es ab dem Frühjahr 1977 immer wieder. Grund war eine Werbekampagne der Ersten österreichischen Spar-Casse fürs Prämiensparen mit einem Basset-Hund als Hauptdarsteller. Der Slogan lautete: „Für Hellhörige mit G’spür fürs Geld“. Passend dazu war eines seiner Ohren steil aufgerichtet, als ob er angestrengt lauschen würde.

Was der Hund vermitteln sollte, waren die Vorzüge einer bestimmten Sparform: das Prämiensparen. Da das Angebot bei allen Instituten ähnlich war, wollte man mit Sympathie punkten. Und eine alte Marketingweisheit besagt ja: Nichts zieht so zuverlässig wie Kinder und Tiere. 

Ein Karikaturist aus Frankreich

Lange suchte die Werbeagentur nach dem passenden Zeichner für den Hund und wurde schließlich in Frankreich fündig, bei Jean-Claude Morchoisne (geb. 1944), einem der bekanntesten Karikaturisten des Landes. Seit den 1970er-Jahren porträtiert er Politiker und Prominente mit viel Spott und verwandelt sie dabei häufig in Tiere. Seine Arbeiten erschienen u.a. in Paris Match, Time Magazine, Stern und Spiegel.

Nicht nur an der Zeichnung, auch am Text des Inserats wurde bis zur Drucklegung gefeilt. Doch dann war er da, der auffällige Hund: ein Auge zugekniffen, als würde er dösen, das andere weit offen, aufmerksam und neugierig. Gerade diese widersprüchliche Mischung machte ihn so interessant – und, wie sich später zeigen sollte, vielfältig einsetzbar.

Emil im Originalstil: Blechspardose der
Ersten, 1979

Vom PS-Hund zu Emil

Spardose aus PVC, 1987

Intern wurde der neue Werbeträger zunächst ganz nüchtern „PS-Hund“ genannt, nach dem Prämiensparen, für das er warb. Doch bald bekam er einen richtigen Namen: „Emil“, manchmal auch „E’mill“ geschrieben, vermutlich ein Wortspiel aus „Erste“ und „Million“.

Statt der zunächst vorgesehenen drei Monate begleitete Emil die Erste fast zwei Jahrzehnte lang. In dieser Zeit entwickelte er sich von einem reinen Werbemotiv zu einer eigenständigen Figur. Es gab ihn auf T-Shirts und als Schlüsselanhänger, als Helden in Bilderbuchgeschichten und Comics im Jugendmagazin der Ersten. Emil war auf Straßenbahnen und Autobussen in ganz Österreich zu sehen. 

Emil in Lebensgröße

Besonders beliebt waren Emils Auftritte in Lebensgröße. Student:innen oder Mitarbeiter:innen steckten in Hundekostümen und traten überall auf, wo etwas los war: bei Straßenfesten und Faschingsumzügen, beim Schulanfang und auf der Trabrennbahn, bei Eröffnungen und natürlich am Weltspartag. 

Sparen mit Emil

Schon um 1979 gab es die ersten Emil-Spardosen aus Blech, die allerdings als wenig kindgerecht galten. 1986 folgten – zunächst testweise – neue Modelle aus PVC und Plüsch. Der Start verlief holprig. Ein Sturm in Taiwan verzögerte die Produktion, und die Kunststoff-Version hatte ihre Tücken: Das Schloss ging zu leicht auf und die Münzen verspießten sich.

Die nächste Generation an Sparbehelfen sollte umweltfreundlicher sein. Sie bestand aus Keramik und zeigte Emil vor einer gelb-roten Hundehütte. Gleich 100.000 Stück wurden produziert, rund die Hälfte ging zum Weltspartag 1989 an die Filialen. 1995 hatte Emil dann wieder seinen Einzelauftritt, als Spardose mit einem gelben Ball zwischen den Pfoten. Gegen Ende der 1990er-Jahre verschwand Emil leise von der Bildfläche.

Haben Sie Erinnerungen an Emil? An Ihre erste Spardose, ein Bilderbuch oder eine Begegnung am Weltspartag? Bewahren Sie noch Fotos oder Objekte auf? Wr freuen uns über Ihre Geschichten! Kontakt: corporatearchives0984@erstegroup.com