Umwelt



Umweltstrategie

Die Umweltstrategie der Erste Group beruht auf vier Säulen:

  • Einrichtung von Umweltmanagementsystemen
  • Einbeziehung ökologischer Kriterien in Bankprodukte und Dienstleistungen
  • Etablierung eines Lieferketten-Managements, das alle für das Bankgeschäft erforderlichen Produkte und Dienstleistungen erfasst
  • Zusammenarbeit mit im Umweltbereich tätigen Nichtregierungsorganisationen


Ökologischer Fußabdruck

*) 2020 wurden die Umweltdaten aller österreichischen Sparkassen der Erste Group erfasst, während 2019 nur jene von Unternehmen mit mindestens 150 Beschäftigten einbezogen wurden. Aufgrund der Erweiterung des Berichtskreises um 30 Sparkassen stiegen die Umweltdaten wie folgt an: 17.226 MWh Energieverbrauch gesamt (davon 6.596 MWh Stromverbrauch und 7.577 MWh Heizenergieverbrauch), Kopierpapierverbrauch 55 t (davon 9,4 t Recyclingpapier), CO2e-Emissionen 2.054 t.

Treibhausgasemissionen

Insgesamt gingen die CO2e-Emissionen (Scope 1 + Scope 2) der Erste Group um 7.518 Tonnen (-11,6%) zurück, vorrangig aufgrund der Effizienzsteigerungsmaßnahmen in Rumänien (-5.401 Tonnen CO2) und Ungarn (-1.810 Tonnen CO2). Der Anstieg in Österreich (+20,2%) ist auf den erweiterten Konsolidierungskreis zurückzuführen.

In den oben dargestellten Gesamtdaten (Erste Group) sind auch die Werte direkter und indirekter Beteiligungen der Erste Group außerhalb der Kernmärkte erfasst.
CO2e: CO2-Äquivalente, entspricht der Summe der emittierten Klimagase, das sind z.B. Kohlendioxid, Methan, Stickoxide
Scope 1: Direkte Treibhausgasemissionen aus verbrannten natürlichen Ressourcen (z.B. Heizöl, Benzin)
Scope 2: Indirekte Treibhausgasemissionen aus Energieerzeugung (z.B. elektrischer Strom, Fernwärme)

Energieverbrauch

Die Reduktion des Energieverbrauches für elektrische Energie und für Beheizung und Warmwasseraufbereitung wird weitgehend durch neue, energieeffiziente Zentralgebäude sichergestellt. Obwohl Bankfilialen überwiegend in Gebäuden eingemietet und damit in ihrer Wahlmöglichkeit hinsichtlich der Heizsysteme beschränkt sind, wurden durch effizienzsteigernde Maßnahmen Verbesserungen erzielt. Der Erste Campus wird beispielsweise ausschließlich mit fossilfreier Energie (Fernwärme und Fernkälte sowie Ökostrom) versorgt. 2020 konnte durch die verbesserte Nutzung von kaltem Wasser aus Tiefbohrungen der Verbrauch von Fernkälte deutlich um 39,2% (2019: 27,7%) auf 1,0 GWh (2019: 1,7 GWh) gesenkt werden. Im Dezember 2020 wurde mit der Errichtung einer Photovoltaikanlage auf dem Dach des Erste Campus begonnen. Die 764 Module auf einer Fläche von rund 2.000 m2 werden rund 250.000 kWh pro Jahr liefern, was etwa dem Verbrauch von fünf Filialen oder 125 Haushalten entspricht. Nach den bereits getroffenen Maßnahmen wie dem Umstieg auf 100% Ökostrom und der Nutzung von Regenwasser und Fernkälte ist diese Anlage ein weiterer bedeutender Schritt, um das Hauptgebäude der Erste Group noch klimafreundlicher zu gestalten.

Ökologische Ziele

Als Bank nutzt die Erste Group nicht viele verschiedene natürliche Ressourcen. Die wichtigsten sind: elektrische Energie, Energie für Heizung und Warmwasser, Treibstoff für Dienstwägen und Papier (vor allem Kopierpapier). Der Verbrauch von Wasser und die Produktion von Abfall sind für die Erste Group nicht von Relevanz und werden daher auch nicht berichtet. Um den Verbrauch natürlicher Ressourcen effektiv managen zu können, ist es notwendig angemessene Systeme zu haben. Basierend auf dem Gesamtverbrauch wurden klare Ziele zu einer effizienteren Nutzung definiert.

Basierend auf den Daten für 2018 wurden für die Jahre 2019 bis 2021 neue relative statt absoluter Reduktionsziele vereinbart. Folgende KPIs wurden festgelegt: elektrische Energie und Heizenergieverbrauch pro Nettogrundfläche (kWh/m2), CO2e-Emissionen pro MA, Verbrauch von Kopierpapier pro MA (kg/FTE), und der Anteil von Hybrid Autos oder
Elektroautos an Dienstwägen.

 

Ökologische Ziele für 2021

Einrichtung von Umweltmanagementsystemen

Während die Implementierung von Umweltmanagementsystemen in der Holding sowie Erste Bank Österreich noch nicht umgesetzt wurde, sind die Zertifizierungen gemäß ISO 14001 und/oder ISO 50001 in Kroatien, der Slowakei und Ungarn abgeschlossen.Von den österreichischen Sparkassen sind die Steiermärkische Sparkasse (ISO 14001) und die Allgemeine Sparkasse Oberösterreich (ISO 50001) zertifiziert. Die Dornbirner Sparkasse führt seit 2012 jährlich eine ÖKOPROFIT-Zertifizierung durch.

Weiterhin geplant ist, dass in den folgenden Jahren in den wesentlichen Tochterbanken ein zertifiziertes Energiemanagementsystem implementiert wird. Die Beschränkung auf ein Energiemanagementsystem (ISO 50001) ist damit begründet, dass Finanzdienstleister außer Energie und Papier keine sonstigen Rohstoffe verbrauchen bzw. der Verbrauch an Wasser oder die Entsorgung von Müll nicht relevant ist.
 

Maßnahmen zur Senkung des Papierverbrauchs

Zur Minimierung der Umweltbelastung setzt die Erste Group neben dem bevorzugten Einkauf von Recycling-Kopierpapier laufend Maßnahmen zur Eindämmung des Papierverbrauches im Bankbetrieb.

Der Trend zur Digitalisierung unterstützt diese Reduktion. So werden auf der Online-Plattform George Kundinnen und Kunden ausdrücklich auf die Möglichkeit hingewiesen, auf physische Ausdrucke von Kontoauszügen zu verzichten, da das mobile Banking der Erste Group ein einfaches und übersichtliches Archiv für alle Transaktionen auf den Konten bietet.

Die weitgehende elektronische Durchführung aller Standard Bankprozesse ist das Ziel dieser laufenden Entwicklungen. Mit der daraus resultierenden beschleunigten Abwicklung und effizienteren KundInnenbetreuung kann die KundInnenzufriedenheit erhöht und gleichzeitig der Papierverbrauch reduziert werden.

Ökologischer Einkauf von Produkten und Dienstleistungen

Die zentrale Einkaufsorganisation Erste Group Procurement (EGP) setzte ihre Bemühungen um die Berücksichtigung ökologischer Kriterien im Beschaffungswesen fort. Seit 2014 hat der “Ethical and Environmental Code of Conduct for Suppliers of Goods and Services” der EGP gruppenweit Geltung. Bei der Beurteilung von Lieferanten finden neben ökonomischen Kriterien Nachhaltigkeits- und Umweltaspekte Berücksichtigung. Zusätzlich müssen die EGP-Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter den Online-Test des „Chartered Institute of Procurement & Supply (CIPS)“, eines in England ansässigen Instituts für nachhaltigen Einkauf, positiv absolvieren.
 

Bankprodukte mit ökologischem Nutzen

Die Erste Group entwickelt laufend Angebote für ihre Kundinnen und Kunden, bei denen Nachhaltigkeitskriterien eine Rolle spielen. Einen wesentlichen Beitrag leistet die Erste Asset Management, die im Bereich „nachhaltige Investmentfonds“ Marktführer ist.

Weitere Informationen

 

Sonstige Umweltinitiativen

Konzernweit wurden, wo auch immer technisch und ökonomisch sinnvoll, bestehende Beleuchtungssysteme auf LED umgestellt. Am Erste Campus wird seit 2018 Wasser aus großen Regenwasserzisternen für die Grünflächenbewässerung und als Brauchwasser für die WC-Spülungen herangezogen.

2020 stellten die Erste Bank Restaurantbetriebe in allen am Erste Campus betriebenen Lokalen auf ein System mit wiederverwendbaren Kaffeebechern um. Dank dieser Initiative werden pro Jahr mindestens 85.000 Einwegbecher eingespart.

Ein Element der Umweltstrategie der Erste Group ist die Zusammenarbeit mit im Umweltbereich tätigen NGOs. Diese bieten Zugang zu ihrem lokalen und internationalen Know-how und leisten der Erste Group bei ihren Bemühungen um eine Verbesserung ihrer ökologischen Nachhaltigkeit wertvolle Unterstützung. Beispielhaft dafür ist die enge Kooperation zwischen der Erste Asset Management und dem WWF im Bereich ökologisch besonders nachhaltiger Investmentfonds. Der ERSTE WWF Stock Environment Fonds unterstreicht mit einer Wertsteigerung von 77% im Jahr 2020, dass Nachhaltigkeit und wirtschaftlicher Erfolg miteinander vereinbar sind. Die Slovenská sporiteľňa und die Allgemeine Sparkasse Oberösterreich haben auf den Dächern ihrer Zentralen – so wie der Erste Campus in Wien – Bienenstöcke eingerichtet. Neben der Produktion von erstklassigem Honig ist das auch ein Zeichen für den Naturschutz.

Weitere Informationen sind im Erste Group’s (konsolidierter) nicht-finanzieller Bericht (NFI-Bericht 2020) nachzulesen.