Neue Höchststände zum Jahresende an den Börsen
Mit einem Anstieg von 20,4% auf 23.241,99 Punkte erzielte der US-Technologieindex Nasdaq Composite den größten Zuwachs der US-Indizes. Der marktbreite Standard & Poor‘s 500 Index verzeichnete einen Anstieg von 16,4% auf 6.845,50 Punkte und der Dow Jones Industrial Index legte um 13,0% auf 48.063,29 Punkte zu. Die europäischen Märkte erhielten zusätzliche Impulse durch verbesserte Gewinnprognosen sowie die Ankündigung fiskalpolitischer Maßnahmen der EU in den Bereichen Infrastruktur und Rüstung. Der Stoxx Europe 600 Index, der die Wertentwicklung der 600 größten börsennotierten Unternehmen aus 17 europäischen Ländern abbildet, verzeichnete ebenfalls einen neuen Rekordwert und lag mit einem Plus von 16,7% zum Jahresende bei 592,19 Punkten.
Zinssenkungen in Europa und den USA
Die Notenbanken standen im abgelaufenen Jahr einmal mehr im Spannungsfeld der Handelskonflikte sowie deren Effekte auf Wirtschaftswachstum und der Inflationsentwicklung. Die EZB setzte mit insgesamt vier Zinsschritten im ersten Halbjahr ihre im Vorjahr eingeleitete geldpolitische Wende fort. Vor dem Hintergrund einer robusten Wirtschaftsentwicklung in der Eurozone, verringerter Abwärtsrisiken durch das Handelsabkommen zwischen der EU und den USA und einer erwarteten Stabilisierung der Inflationsrate am Zielwert der EZB von 2,0% wurden in weiterer Folge die Leitzinsen bei 2% belassen. Im Gegensatz dazu hat die Fed erst im September eine Senkung der Bandbreite für den effektiven Leitzinssatz durchgeführt. In zwei weiteren Schritten wurde diese auf 3,50-3,75% gesenkt, trotz der zum großen Teil zollinduzierten höheren Inflationsraten. Bestimmungsfaktor für die Umsetzung einer weniger restriktiven Geldpolitik war dabei vor allem die eingetrübte Lage am Arbeitsmarkt.
Robustes globales Wirtschaftswachstum
Die Weltwirtschaft hat sich 2025 widerstandsfähiger gezeigt als erwartet, unterstützt durch verbesserte Finanzierungsbedingungen, steigende Investitionen und Handelsaktivitäten im Zusammenhang mit Künstlicher Intelligenz. Das weltweite BIP-Wachstum lag 2025 bei 3,3%, für 2026 werden ebenfalls 3,3% erwartet. Für 2027 wird ein BIP-Wachstum von 3,2% prognostiziert. Die aufstrebenden Volkswirtschaften Asiens bleiben dabei die wichtigsten Treiber des globalen Wachstums. Die Inflation wird voraussichtlich weiter zurückgehen und sich den Zielen der Zentralbanken annähern. Das BIP-Wachstum 2025 in den USA betrug 2,1%, für 2026 werden 2,4% und für 2027 2,0% erwartet. In der Eurozone wuchs das BIP 2025 um 1,4%, für 2026 werden 1,3% und für 2027 1,4% erwartet.
Rekordzuwächse bei europäischen Bankaktien
Banken zählten neben dem Technologiesektor zu den bevorzugten Branchen und damit zu den Gewinnern an den Aktienmärkten. Insbesondere die europäischen Bankaktien zeigten eine außergewöhnlich starke Entwicklung. Ausschlaggebend für diesen Anstieg waren die soliden Ergebnisse und das prognostizierte Gewinnwachstum. Der Dow Jones Euro Stoxx Banks Index, der schon im abgelaufenen Jahr ein Plus von mehr als 20% verzeichnete, legte im Jahresverlauf um 80,3% auf 263,27 Punkte zu und wies damit die beste Entwicklung aller Sektoren in Europa auf.
ATX auf Allzeithoch
Der Wiener Leitindex ATX hat ein außergewöhnlich erfolgreiches Börsenjahr mit einem Rekordhoch bei 5.326,33 Punkten am letzten Handelstag beendet. Mit einem Plus von 45,4% war das der höchste Jahresgewinn seit 2004. Der ATX Total Return, bei dem die Dividendenausschüttungen mitberücksichtigt werden, verzeichnete einen Zuwachs von 52,2% auf 12.990,45 Punkte. Damit lag der Wiener Aktienindex deutlich über den Werten der US-Indizes und dem europäischen Stoxx Europe 600. Anders als im Vorjahr erfolgte der Anstieg im Leitindex auf breiter Basis – von den 20 ATX-Titeln wiesen lediglich vier eine negative Jahresentwicklung auf. Dies war vor allem gestützt vom europaweiten Aufwind der im ATX schwer gewichteten Finanzwerte und von robusten Wachstumsaussichten in Zentral- und Osteuropa.