Entwicklung in den Kernmärkten
Dieses Kapitel bietet eine Übersicht der Entwicklungen in unseren sieben Kernmärkten (nach Segmenten) zum 31. Dezember 2025, somit vor Markteintritt in Polen. Neben Beschreibungen des wirtschaftlichen Umfeldes werden aktuelle Geschehnisse auf den jeweiligen Märkten zusammengefasst. Interviews mit den Vorstandsvorsitzenden der lokalen Tochterbanken sowie Mitgliedern des Vorstands der Holding geben zusätzliche Einblicke in das jeweilige Geschäftsumfeld.
Ergänzend werden das Finanzergebnis und das Kreditrisiko beschrieben. Weitere Details sind im Konzernabschluss in Note 1 enthalten. Zusätzliche Informationen sind im Excel-Format unter https://www.erstegroup.com/de/investoren/berichte/finanzberichte verfügbar.
Betriebserträge setzen sich zusammen aus dem Zinsüberschuss, Provisionsüberschuss, Handelsergebnis, den Gewinnen/Verlusten von erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten, den Dividendenerträgen, dem Periodenergebnis aus Anteilen an At Equity-bewerteten Unternehmen sowie Mieterträgen aus als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien & sonstigen Operating Leasing-Verträgen. Die drei zuletzt aufgelisteten Komponenten sind in den Tabellen dieses Kapitels nicht ausgewiesen. Handelsergebnis und Gewinne/Verluste von erfolgswirksam zum Fair Value bewerteten Finanzinstrumenten sind in einem Posten – Handelsergebnis & Gewinne/Verluste aus Finanzinstrumenten (FVPL) – zusammengefasst. Betriebsaufwendungen entsprechen dem Posten Verwaltungsaufwand. Das Betriebsergebnis stellt den Saldo aus Betriebserträgen und Betriebsaufwendungen dar. Die Risikovorsorgen für Kredite und Forderungen sind im Ergebnis aus Wertminderungen von Finanzinstrumenten enthalten. Im sonstigen Erfolg zusammengefasst sind der sonstige betriebliche Erfolg und die Gewinne/Verluste aus Finanzinstrumenten, nicht zum Fair Value bilanziert (netto). Die Kosten-Ertrags-Relation stellt das Verhältnis der Betriebsaufwendungen zu den Betriebserträgen dar. Die Verzinsung auf das zugeordnete Kapital errechnet sich aus dem Periodenergebnis nach Steuern/vor Minderheiten in Relation zum durchschnittlich zugeordneten Kapital.
Österreich
Wirtschaftliches Umfeld
Die stark diversifizierte, offene und hoch entwickelte österreichische Wirtschaft verzeichnete nach zwei Rezessionsjahren wieder leichtes Wachstum. Das Wirtschaftswachstum wurde hauptsächlich von stärkerem Konsum sowie einer Stabilisierung der Investitionstätigkeit getrieben. Der Konsum der Haushalte weitete sich dank der hohen Realeinkommenszuwächse der vergangenen Jahre stetig aus. Die Sparmaßnahmen der Regierung waren noch nicht zur Gänze in Kraft getreten. Staatsausgaben erhöhten sich moderat. Die Exporte wirkten vor dem Hintergrund der schwachen Entwicklung in Deutschland, Österreichs Haupthandelspartner, hingegen konjunkturdämpfend. Auch die Ausfuhren in die USA und nach Italien waren deutlich rückläufig. Der Bausektor (ausgenommen Wohnbau) erholte sich 2025. Die Industrieproduktion zeigte ebenfalls Anzeichen einer Erholung. Die Lage im Fremdenverkehr war erneut gut und trug zum Wirtschaftswachstum bei. Der Landwirtschaftssektor entwickelte sich ebenfalls positiv, leistete jedoch keinen wesentlichen Beitrag zum BIP. Der österreichische Arbeitsmarkt blieb das gesamte Jahr hindurch relativ stabil, wobei die Arbeitslosenquote geringfügig auf 5,7% anstieg. Insgesamt lag das Wachstum der österreichischen Wirtschaft mit 0,4% unter dem Durchschnitt der Europäischen Union. Das BIP pro Kopf belief sich auf EUR 55.700 und zählte damit zu den höchsten in der Europäischen Union.
Das gesamtstaatliche Defizit verbesserte sich aufgrund der Haushaltskonsolidierungsmaßnahmen auf 4,4%. Die Staatseinnahmen erhöhten sich 2025 stark dank des stabilen Arbeitsmarktes und verschiedener einnahmenseitiger Maßnahmen, wie zum Beispiel Abgaben auf den Energie- und den Bankensektor. Außerdem schaffte die Regierung den Klimabonus ab, eine Pauschalentschädigung für die CO2-Bepreisung. Die Staatsschuldenquote gemessen in Prozent des BIP lag bei 81,5%.
Die Inflation in Österreich stieg 2025 auf 3,6%, womit sie über dem Durchschnitt der Eurozone von 2,1% lag. Die Preise im Dienstleistungssektor sowie Preise für Strom zählten wieder zu den Hauptgründen der Teuerung, die nach dem Auslaufen verschiedener Kostendämpfungsmaßnahmen steil anstiegen. Auch die Preise von Lebensmitteln und Industriegütern lagen höher als erwartet. Die Kerninflation – die Preisentwicklung ohne Nahrungsmittel- und Energiepreise – lag bei 3,2%. Wohnimmobilienpreise stiegen während des Jahres leicht an. Die österreichische Geldpolitik wird von der EZB bestimmt, die den Leitzins im Lauf des Jahres in vier Schritten von 3,00% auf 2,00% senkte.
Als Folge des hartnäckigen Haushaltsdefizits und der steigenden Verschuldung stufte Fitch das Rating der langfristigen Staatsschulden Österreichs im Juni 2025 von AA+ auf AA bei stabilem Ausblick herab. Aus denselben Gründen änderte Moody’s den Ausblick von stabil auf negativ, beließ das Rating aber unverändert bei Aa1. Standard & Poor’s bestätigte die Bewertung der langfristigen Staatsschulden von AA+ bei stabilem Ausblick.
Marktüberblick
Entsprechend der verhaltenen Wirtschaftslage entwickelte sich auch der von intensivem Wettbewerb geprägte und hoch entwickelte österreichische Bankensektor 2025 nur moderat. Mit einer Inlandsbilanzsumme von 138% des BIP übertraf dieser deutlich die in Zentral- und Osteuropa verzeichneten Niveaus. Der Sektor konnte seine Kapitalisierung weiter stärken. In einem immer noch relativ schwachen Umfeld betrug das Wachstum der Kundenkredite 1,8%. Die Firmenkundenkredite legten vor allem aufgrund des Finanzierungsbedarfs für Lagerbestände und Betriebskapital zu und wuchsen mit 1,3% stärker als die Privatkundenkredite. Angesichts der geringen Nachfrage nach Wohnungs- und Konsumkrediten stiegen die Kredite an private Haushalte um 1,0%. Der Anteil der variabel verzinsten Kredite ging weiter zurück. Die Kundeneinlagen erhöhten sich leicht um 2,6%. Zum Jahresende betrug das Kredit-Einlagen-Verhältnis des Bankensektors 93,2%.
Finanzintermediation – Österreich (in % des BIP)
Quelle: Oesterreichische Nationalbank, Erste Group
Die von der Oesterreichischen Nationalbank jährlich veröffentlichten Stresstestergebnisse bestätigten erneut eine adäquate Risikotragfähigkeit des österreichischen Bankensektors. Die Refinanzierungssituation und die Liquiditätsausstattung blieben robust. Die Liquiditätskennzahlen des österreichischen Bankensektors waren hoch und komfortabel über den Mindestanforderungen. Die Österreichische Finanzmarktaufsichtsbehörde (FMA) hat Ende Juni 2025 – vor Auslaufen der Kreditinstitute-Immobilienfinanzierungsmaßnahmen-Verordnung (KIM-V) – empfohlen, die makroprudenziellen Maßnahmen (maximale Belehnungsquote, maximale Schuldendienstquote und maximale Laufzeit) grundsätzlich beizubehalten. Darüber hinaus wird einer Empfehlung des österreichischen Finanzmarktstabilitätsgremiums (FMSG) folgend der Systemrisikopuffer für die Finanzierung von Gewerbeimmobilien in zwei Schritten erhöht - zunächst mit 1. Juli 2026 von 1% auf 2%, ein Jahr danach auf 3,5%.
Marktanteile – Österreich (in %)
Quelle: Oesterreichische Nationalbank, Erste Group
Die Profitabilität des österreichischen Bankensektors verringerte sich. Der Zinsüberschuss wurde durch das gesunkene Zinsniveau negativ beeinflusst. Der Provisionsüberschuss verbesserte sich hauptsächlich dank Erträgen aus dem Zahlungsverkehr und dem Wertpapiergeschäft. Der Betriebsaufwand stieg vor allem aufgrund von Lohnerhöhungen und höheren IT-Kosten. Die Risikovorsorgen erhöhten sich, blieben aber auf einem moderaten Niveau. Die österreichische Regierung erhöhte die Bankenabgabe deutlich von jährlich rund EUR 150 Mio auf EUR 500 Mio in den Jahren 2025 und 2026. Ab 2027 sollte die Bankenabgabe auf EUR 200 Mio sinken. Insgesamt erzielte der österreichische Bankensektor 2025 einen unkonsolidierten Nettogewinn von EUR 10,7 Mrd, 10,2% unter jenem von 2024.
Die Konzentration des österreichischen Bankensektors blieb trotz der großen Zahl an Banken hoch, wobei mehr als die Hälfte der Bilanzsumme auf die drei größten Bankengruppen entfiel. Die Erste Bank Oesterreich und die Sparkassen konnten ihre gemeinsamen Marktanteile sowohl im Privatkunden- als auch im Firmenkundengeschäft auf zwischen 22% und 25% ausweiten. Der Marktanteil der Erste Group am inländischen Vermögensverwaltungsgeschäft lag bei 22,0%. Die Anzahl der Nutzer:innen von George, der digitalen Banking-Plattform der Erste Group, belief sich auf 2,6 Millionen. 2025 wurde das Produktangebot von George erneut ausgeweitet. Der Anteil der digital abgewickelten Umsätze lag in Österreich bei 35%.
Entwicklung des Geschäfts
Gerda Holzinger-Burgstaller, CEO der Erste Bank Oesterreich, im Interview
Wie haben Sie Mehrwert für Ihre Kundinnen und Kunden geschaffen?
Mit dem Launch von George Invest haben wir 2025 ein Angebot geschaffen, das Einfachheit und Zugänglichkeit neu definiert: Investieren mit kleinen Beträgen, ein breites Anlagespektrum, transparente Übersicht und Inhalte zur finanziellen Bildung – alles in einer App. Darüber hinaus haben wir mit der Vermögensverwaltung Premium in der zweiten Jahreshälfte ein weiteres attraktives Angebot geschaffen. Mittels eines modularen Investmentansatzes erlaubt es, ein breites Portfolio in unterschiedlichen Assetklassen aufzubauen. Unser Ziel ist klar: Wir wollen möglichst vielen Menschen helfen nachhaltig Vermögen aufzubauen. Gemeinsam mit bedürfnisorientierten Wertpapier-Depotmodellen, die sich an unterschiedlichen Kundensegmenten orientieren, schaffen wir maßgeschneiderte Lösungen, die Flexibilität und Kostentransparenz vereinen. Das Wachstum von 6,2% an Wertpapierkundinnen und -kunden zeigt, dass wir hier in die richtige Richtung unterwegs sind.
Für Unternehmen haben wir als erste Universalbank Österreichs mit den Business Virtualcards eine moderne, digitale Weiterentwicklung der klassischen Firmenkreditkarte eingeführt. Sie ermöglichen eine einfache, transparente und sofort verfügbare Lösung für betriebliche Ausgaben – ein weiterer Schritt, um den Alltag unserer Unternehmenskundinnen und -kunden effizienter zu gestalten.
Ein besonderes Highlight ist, dass wir ab Ende 2025 als exklusive Herausgeberin der Austrian Miles & More Kreditkarten für Privat- und Business-Kundinnen und -Kunden fungieren. Damit erweitern wir unser Angebot um ein attraktives Produkt, stärken unsere Position im Premiumsegment und setzen einen weiteren wichtigen Schritt, um die hohen Qualitätsansprüche unserer Kundinnen und Kunden zu erfüllen.
Alle diese Initiativen folgen einem klaren Ziel: die Kundenzufriedenheit zu erhöhen, Nutzungshürden abzubauen und durch digitale Innovationen sowie persönliche Beratung spürbaren Mehrwert zu schaffen.
Welche Maßnahmen haben Sie zur Verbesserung der Produktivität und Effizienzsteigerung der Bank ergriffen?
Im Rahmen strategischer Initiativen haben wir den Aufbau und die Weiterentwicklung von zukunftssicheren und nahtlosen Kundenerlebnissen gezielt vorangetrieben. Unser Anspruch ist es, ein nahtloses, konsistentes Erlebnis über alle Interaktionskanäle hinweg zu bieten – von der ersten Information bis zur finalen Transaktion.
Parallel setzen wir konsequent auf Automatisierung standardisierter Abläufe, um Effizienz und Geschwindigkeit zu erhöhen. Das entlastet unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Routineprozessen und schafft Raum für wertschöpfende Tätigkeiten wie persönliche Beratung.
Ein weiterer Meilenstein für uns ist die Integration der Salzburger Sparkasse in die Erste Bank Oesterreich unter dem Motto „weniger Verwaltung, mehr Beratung“. Seit der rechtlichen Verschmelzung am 1. August 2025 ist die Salzburger Sparkasse nun Teil der Erste Bank. Die technische Vollintegration läuft derzeit und wird 2026 abgeschlossen werden. Die Zusammenführung stärkt unsere regionale Präsenz und ermöglicht eine effizientere Organisation durch Verschlankung von Verwaltungsstrukturen und Harmonisierung betrieblicher Prozesse.
Unser Ziel ist klar: Strukturen vereinfachen, Prozesse beschleunigen und Ressourcen dort einsetzen, wo sie den größten Mehrwert im Kundengeschäft schaffen.
Welche Erfolge und Herausforderungen waren rückblickend besonders erwähnenswert?
Das Jahr 2025 war weiterhin bestimmt von geopolitischen Unsicherheiten, einem herausfordernden wirtschaftlichen Umfeld, steigenden regulatorischen Anforderungen sowie hohen Investitionen in Digitalisierung und IT-Sicherheit. Der intensive Wettbewerb durch digitale Anbieter hat den Innovationsdruck zusätzlich erhöht.
Trotz dieser Herausforderungen konnten wir bedeutende Erfolge erzielen und unsere starke Marktposition unter Beweis stellen: Auszeichnungen wie Best Bank und Best Private Bank durch Euromoney sowie der FMVÖ-Recommender-Award als Weiterempfehlungssieger unter den Großbanken bestätigen die Qualität unseres Angebots in allen Segmenten. Besonders freut uns auch der Preis der Vielfalt, den die Erste Bank in der Kategorie Großunternehmen für ihr Engagement in der Förderung von Diversität und Inklusion erhielt.
Ein Marketing-Highlight heuer war die Gen Z-Kampagne „Investieren ist für alle“ mit der wir gezielt die junge Generation angesprochen und erreicht haben. Die Kampagne zeigt, dass unser Internetbanking mit der Zeit geht und die Bedürfnisse einer neuen Investment-Generation versteht – das ist eine klare Antwort auf den wachsenden Wettbewerb durch Neobroker.
Finanzergebnis
Das Segment Erste Bank Oesterreich und Tochtergesellschaften (EBOe und Töchter) beinhaltet die Erste Bank der oesterreichischen Sparkassen AG (Erste Bank Oesterreich) und ihre wichtigsten Tochtergesellschaften (z.B. sBausparkasse, Tiroler Sparkasse, Sparkasse Hainburg). Salzburger Sparkasse wurde mit der Erste Bank Oesterreich zum 1. August 2025 fusioniert.
Der Rückgang im Zinsüberschuss war auf die wegen des gesunkenen Zinsniveaus erfolgte Anpassung variabler Kundenkreditzinsen und niedrigere Erträge aus Platzierungen bei der Zentralbank zurückzuführen. Dies wurde durch geringere Zinsaufwendungen für Kundeneinlagen nur zum Teil kompensiert. Der Provisionsüberschuss stieg in erster Linie aufgrund höherer Erträge aus dem Zahlungsverkehr und dem Wertpapiergeschäft. Das Handelsergebnis & Gewinne/Verluste aus Finanzinstrumenten (FVPL) sank aufgrund von Bewertungseffekten. Der Anstieg im Betriebsaufwand aufgrund höherer IT- und Personalkosten wurde durch den geringeren Beitrag zur Einlagensicherung in Höhe von EUR 3 Mio (EUR 12 Mio) zum Teil ausgeglichen. Insgesamt ging das Betriebsergebnis zurück und die Kosten-Ertrags-Relation verschlechterte sich. Die Verbesserung des Ergebnisses aus Wertminderungen von Finanzinstrumenten war auf gesunkene Vorsorgen für neue Kreditausfälle im Firmenkundengeschäft zurückzuführen. Die Verschlechterung im sonstigen Erfolg war durch eine höhere Dotierung von Vorsorgen für Rechtsfälle und eine höhere Bankensteuer von EUR 20 Mio (EUR 7 Mio) bedingt und wurde durch eine Auflösung von Rückstellungen im Zusammenhang mit einer Zwischenbankbefreiung gemäß Umsatzsteuergesetz nach einer entsprechenden Dotierung in der Vorperiode nur zum Teil kompensiert. Insgesamt sank das den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnende Periodenergebnis.
Kreditrisiko
Das Kreditrisikovolumen des Segments Erste Bank Oesterreich & Tochtergesellschaften stieg auf EUR 57,2 Mrd (+4,8%), das Kundenkreditvolumen auf EUR 43,3 Mrd (+2,0%). Vom gesamten Kreditportfolio der Erste Group entfielen 18,4% (19,1%) auf dieses Segment. Der Anteil des Privatkundengeschäfts am gesamten Kreditvolumen erhöhte sich leicht auf 37,3% (37,0%), während der Anteil des Firmenkundengeschäfts, einschließlich selbstständiger Gewerbetreibender und kleiner Unternehmen, auf 58,5% (57,2%) stieg und damit wieder das vor zwei Jahren verzeichnete Niveau erreichte. Der Anteil der Kredite an Kunden aus freien Berufen, selbstständige Gewerbetreibende und Kleinunternehmen blieb stabil und hatte insgesamt geringere Bedeutung als bei den österreichischen Sparkassen. Die Ausleihungen an den öffentlichen Sektor sanken auf EUR 1,8 Mrd (-25,8%). Trotz geringfügigen Anstiegs der notleidenden Kredite, der auf das Geschäft mit Unternehmenskunden zurückzuführen war, lag die NPL-Quote unverändert bei 2,3%. Der Deckungsgrad der notleidenden Ausleihungen durch Wertberichtigungen blieb mit 47,7% (47,5%) stabil.
Finanzergebnis
Das Segment Sparkassen umfasst alle Sparkassen, die Mitglieder des Haftungsverbundes des österreichischen Sparkassensektors sind und an denen die Erste Group keine Mehrheitsbeteiligung hält, jedoch Kontrolle gemäß IFRS 10 ausübt. Zur Gänze bzw. mehrheitlich im Eigentum der Erste Group stehende Sparkassen (Erste Bank Oesterreich, Tiroler Sparkasse und Sparkasse Hainburg) sind nicht Teil des Segments Sparkassen.
Der Rückgang im Zinsüberschuss war auf die wegen des gesunkenen Zinsniveaus erfolgte Anpassung variabler Kundenkreditzinsen und geringere Erträge aus Platzierungen bei der Zentralbank zurückzuführen. Dies wurde durch geringere Zinsaufwendungen für Kundeneinlagen nur zum Teil kompensiert. Der Provisionsüberschuss stieg dank höherer Erträge aus dem Wertpapiergeschäft und dem Kreditgeschäft (großteils durch eine Umgliederung vom Zahlungsverkehr bedingt). Das Handelsergebnis & Gewinne/Verluste aus Finanzinstrumenten (FVPL) erhöhte sich aufgrund von Bewertungseffekten. Der Anstieg im Betriebsaufwand aufgrund höherer Personal- und IT-Kosten wurde zum Teil durch einen niedrigeren Beitrag zur Einlagensicherung in Höhe von EUR 10 Mio (EUR 21 Mio) kompensiert. Damit sank das Betriebsergebnis und die Kosten-Ertrags-Relation verschlechterte sich. Die Verbesserung im Ergebnis aus Wertminderungen von Finanzinstrumenten war hauptsächlich eine Folge geringerer Vorsorgen für neue Kreditausfälle. Die Verbesserung im sonstigen Erfolg war in erster Linie auf die im Vorjahr erfolgte Dotierung einer Rückstellung im Zusammenhang mit der Zwischenbankbefreiung gemäß Umsatzsteuergesetz zurückzuführen, deren Wegfall jedoch zum Teil durch höhere Vorsorgen für Rechtsfälle kompensiert wurde. Die Bankensteuer stieg auf EUR 20 Mio (EUR 7 Mio). Insgesamt ging das den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnende Periodenergebnis zurück.
Kreditrisiko
Das Kreditrisikovolumen des Segments Sparkassen erhöhte sich auf EUR 86,0 Mrd (+5,6%), während sich das Kundenkreditvolumen auf EUR 32,6 Mrd (+4,4%) ausweitete. Der Anteil an den gesamten Kundenkrediten der Erste Group ging auf 26,5% (27,0%) zurück. Ein unterdurchschnittliches Wachstum verzeichneten die Ausleihungen an private Haushalte. Ihr Anteil am gesamten Kundenkreditportfolio der Sparkassen verringerte sich geringfügig auf 37,0% (37,2%). Kredite an Kund:innen aus freien Berufen, selbstständige Gewerbetreibende und kleinere Unternehmen blieben mit EUR 6,4 Mrd (+1,3%) stabil. Kredite an Private stiegen um 3,9%, und Firmenkundenkredite legten um 6,1% zu. Trotz eines weiteren Rückganges des Anteils von Krediten an Kund:innen aus freien Berufen, selbstständige Gewerbetreibende und kleinere Unternehmen auf 10,3% (10,6%) des Gesamtkredit-volumens blieb der Anteil dieses Kundensegments deutlich höher als bei den Tochtergesellschaften der Erste Group in Zentral- und Osteuropa (2,7%). Darin spiegeln sich die starke lokale und regionale Ausrichtung der Sparkassen sowie die Struktur der österreichischen Wirtschaft mit ihrem im Vergleich zu Zentral- und Osteuropa sehr hohen Anteil von Klein- und Mittelbetrieben. Mit 3,7% blieb der Anteil der notleidenden Forderungen an den gesamten Ausleihungen an Kunden im Segment Sparkassen im Großen und Ganzen stabil (3,6%). Der Deckungsgrad der notleidenden Ausleihungen durch Wertberichtigungen verringerte sich auf 52,9% (56,2%).
Entwicklung des Geschäfts
Ingo Bleier, Chief Corporates and Markets Officer, im Interview
Wie haben Sie Mehrwert für Ihre Kundinnen und Kunden geschaffen?
Wir treiben unsere digitale Transformation weiter voran. In Österreich, Rumänien und Tschechien ist die Business Banking-Plattform George Business mit mehr als 75.000 Geschäftskunden bereits in Vollbetrieb.
Unser Ziel ist es, die Plattform weiter auszubauen und uns als vertrauenswürdiger digitaler Partner zu etablieren – ein Partner, der unseren Unternehmenskunden umfassende digitale Lösungen für alle täglich benötigen Bankdienstleistungen in nutzerfreundlicher und moderner Form auf eine Weise bietet, die über das herkömmliche Transaction Banking hinaus geht. 2025 stellten wir volldigitale Produkte wie virtuelle Business-Karten und Treasury-Leistungen wie Devisen-Kassageschäfte und Geldmarkteinlagen vor und ermöglichten es damit unseren Kundinnen und Kunden, rund um die Uhr selbstständig diese Bankgeschäfte zu tätigen und damit ihre Abhängigkeit von Kundenbetreuern zu reduzieren. Wir haben zusätzlich unser Angebot mit Funktionen wie Secure Messaging und einer digitalen Unterschrift für die Unterzeichnung offizieller Dokumente ausgeweitet.
Parallel dazu haben wir unsere Financial Health Zone mit tiefergehenden Diagnosefunktionen weiter verbessert. Damit können personalisierte Einblicke in die Finanzstabilität eines Unternehmens geboten werden. Die Kundinnen und Kunden profitieren nun von einem Frühwarnsystem und individuell auf sie zugeschnittenen Empfehlungen, die ihnen dabei helfen, noch vor dem Auftreten von Schwierigkeiten fundierte Entscheidungen zu treffen.
Insgesamt bieten wir unseren Kundinnen und Kunden damit mehr Autonomie sowie ein höheres Maß an Information und Komfort und ermöglichen es ihnen, die benötigten Bankgeschäfte einfacher und mit einem erhöhten Sicherheitsgrad durchzuführen.
Welche Maßnahmen haben Sie zur Verbesserung der Produktivität und Effizienzsteigerung der Bank ergriffen?
Zur Effizienzsteigerung und um unseren Kundinnen und Kunden Mehrwert zu bieten, haben wir ein standardisiertes, grenzüberschreitendes Private Banking vorgestellt, das einfacheren Zugang zu internationalen Investmentlösungen und mehr Diversifizierungsmöglichkeiten in den CEE-Märkten der Erste Group bietet, wobei Wien als Finanzdrehscheibe fungiert. Diese Maßnahme vereinfacht komplexe Abläufe und nutzt das in der Gruppe vorhandene Knowhow, damit Kundinnen und Kunden von einem breiteren Produktangebot, einer einheitlichen Beratungsqualität und vereinheitlichten Technologieplattformen profitieren können. Mit durchgängiger Betreuung über Grenzen und Generationen hinweg reduzieren wir die operative Komplexität und ermöglichen es unseren Kunden, ihr Vermögen in einem zunehmend globalen Umfeld effizient zu verwalten.
Zusätzlich nutzten unsere Unternehmenskunden die Kapitalmärkte durch eine Reihe von Emissionen zur Refinanzierung und Stärkung ihrer Finanzierungsbasis, insbesondere auf den Anleihemärkten. Auch staatliche Stellen waren an den EUR- und USD-Märkten mit ihren Emissionsvolumina wieder prominent tätig. Wir konnten unsere Kunden damit vollumfänglich unterstützen, darüber hinaus auch unsere führende Position im Emissionsgeschäft bestätigen und unsere ausgezeichnete Reputation weiter stärken.
Welche Erfolge oder Herausforderungen waren rückblickend besonders erwähnenswert?
Global Capital hat uns zum dritten Mal in Folge als Best Bank for Distribution in der Anlageklasse Covered Bond Awards ausgezeichnet und uns wieder den Titel Best Syndicate Banker verliehen. Darüber hinaus hat die Erste Group ihre Position als bester Bookrunner für unbesicherte Emissionen von CEE FIG (Financial Institutions Group) bestätigt und bei Euro Covered Bond Awards ihre globale Position unter den vier Spitzeninstituten verteidigt. Mit einer Reihe attraktiver Benchmark-Deals konnten wir zudem unsere Stärke bei der Platzierung von Unternehmensemissionen in der Region beweisen. Im ECM (Equity Capital Markets)-Geschäft unterstützten wir nicht nur bei einer Reihe beschleunigter Buchbildungsverfahren (ABB, Accelerated Bookbuilding), sondern begleiteten auch einen der seltenen Börsengänge an der rumänischen Börse.
Im Firmenkundengeschäft konnten wir trotz vielfacher Hindernisse auf dem Markt unser Kreditvolumen dank unserer starken Marke und unserer ausgezeichneten Reputation deutlich steigern. Das stete Wachstum unserer Provisionserträge wurde durch unser Bestreben untermauert, Hauptansprechpartner für unsere Firmenkunden zu werden, wobei wir besondere Anstrengungen unternehmen, um umfassende Lösungen zu liefern.
Wir unterstützten unsere Kundinnen und Kunden bei der grünen Wende, indem wir mehr als EUR 5 Mrd an nachhaltigen Finanzierungszusagen leisteten, in erster Linie im Bau- und Immobiliensektor. Unter Einsatz unseres Knowhows boten wir auch umfangreiche Beratungsleistungen in unserer Kernregion und unterstützten unsere Kundinnen und Kunden bei der Bewältigung der Wende und der effektiven Umsetzung nachhaltiger Lösungen.
Schließlich bin ich auch sehr stolz darauf, dass das von der Erste Asset Management verwaltete Vermögen 2025 eine historische Marke erreicht hat: Das Gesamtvolumen überschritt die Höhe von EUR 100 Mrd und belief sich zum Jahresende auf rund EUR 104 Mrd. Durch organisches und anorganisches Wachstum haben wir uns in der gesamten Region als führender Anbieter von Investmentlösungen etabliert.
Finanzergebnis
Das Segment Sonstiges Österreich-Geschäft umfasst das Firmenkunden- und Kapitalmarktgeschäft der Erste Group Bank AG (Holding), die Erste Group Immorent AG, die Erste Asset Management GmbH und die Intermarket Bank AG.
Der Anstieg im Zinsüberschuss war in erster Linie die Folge eines höheren Beitrags aus Fixed Income-Produkten und Einlagen im Kapitalmarktgeschäft. Der Provisionsüberschuss verbesserte sich hauptsächlich dank höherer Erträge aus der Vermögensverwaltung – unterstützt durch von der Erste Asset Management neu übernommene Unternehmen – sowie höherer Erträge aus dem Wertpapiergeschäft. Die Verbesserung im Handelsergebnis & Gewinne/Verluste aus Finanzinstrumenten (FVPL) war durch Bewertungseffekte bedingt. Die Betriebsaufwendungen stiegen aufgrund höherer IT- und Projektkosten sowie der erstmals berücksichtigten neu erworbenen Unternehmen. Trotz gestiegener Kosten verbesserten sich das Betriebsergebnis und die Kosten-Ertrags-Relation. Die leichte Verbesserung im Ergebnis aus Wertminderungen von Finanzinstrumenten war vor allem auf die Kompensierung neuer Kreditausfälle durch Eingänge aus bereits abgeschriebenen Forderungen und die Auflösung von Vorsorgen für Wertminderungen zurückzuführen. Der sonstige Erfolg verbesserte sich aufgrund der im Vorjahr erfolgten Vorsorgen im Zusammenhang mit der Zwischenbankbefreiung gemäß Umsatzsteuergesetz bei der Erste Asset Management sowie höherer Gewinne aus dem Immobilienverkauf bei Erste Group Immorent. Insgesamt verbesserte sich das den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnende Periodenergebnis.
Kreditrisiko
Das Kreditrisikovolumen im Segment Sonstiges Österreich-Geschäft, das fast zur Gänze von der Holding und der Erste Group Immorent gebildet wird, sank auf EUR 61,8 Mrd (-6,3%). Der Anteil am gesamten Kreditrisikovolumen der Erste Group verringerte sich in der Folge auf 14,8% (16,5%). Ein wesentlicher Teil der Risikopositionen bezieht sich auf Veranlagungen in Wertpapiere sowie Guthaben bei anderen Banken. Mit EUR 24,2 Mrd belief sich der Anteil der Ausleihungen an Kunden am gesamten Kreditportfolio der Erste Group auf 10,2% (10,7%) und war damit deutlich geringer als ihr Beitrag zum Kreditrisikovolumen. Der leichte Rückgang des Anteils des Kundenkreditportfolios war in erster Linie auf das Großkundengeschäft zurückzuführen. Die Kreditqualität verbesserte sich und die NPL-Quote sank auf 1,3% (2,1%). Der Deckungsgrad der notleidenden Ausleihungen durch Wertberichtigungen blieb mit 32,1% (32,3%) stabil.
Tschechische Republik
Wirtschaftliches Umfeld
2025 verzeichnete die Tschechische Republik ein kräftiges Wirtschaftswachstum. Dieses wurde dank Reallohnzuwächsen und einer geringeren Sparneigung der Haushalte in erster Linie durch den robusten Privatkonsum getrieben. Die Verbraucherstimmung verbesserte sich weiter. Auch die Investitionstätigkeit, die vom Wohnbau und von der Erhöhung der Lagerbestände profitierte, trug zur Wirtschaftsleistung bei. Der Dienstleistungssektor entwickelte sich gut. Die Exporte litten unter einer Verschlechterung der Auslandsnachfrage, insbesondere seitens des Haupthandelspartners Deutschland. Der Automobilsektor, der wieder einen wesentlichen Beitrag zu den Ausfuhren leistete, beschäftigte 120.000 Menschen und trug rund 8% zur Wirtschaftsleistung des Landes bei. Die Produktion von Personenkraftwagen blieb im Wesentlichen auf dem Niveau des Vorjahres. Die Arbeitslosenquote stieg auf 2,9%, war dennoch wieder eine der niedrigsten in der Europäischen Union. Insgesamt stieg das reale BIP um 2,5%. Das BIP pro Kopf belief sich auf EUR 31.700.
Auf die im Oktober in der Tschechischen Republik abgehaltenen Parlamentswahlen folgte im Dezember 2025 die Bildung einer neuen Dreiparteienregierung. Trotz eines großen Konsolidierungspakets mit einer Reihe von einnahmen- und ausgabenseitigen Maßnahmen stieg das Haushaltsdefizit des Landes geringfügig auf 2,1%. Das höhere Defizit war in erster Linie auf erhöhte Verteidigungsausgaben zurückzuführen. Mit 43,0% zählte die Staatsverschuldungsquote in Prozent des BIP gemessen nach wie vor zu den niedrigsten innerhalb der Europäischen Union.
Der geringe Anstieg der Inflation war vor allem auf höhere Lebensmittelpreise zurückzuführen. Mit 2,5% blieb die Inflation über dem 2,0%-Ziel der Nationalbank, jedoch innerhalb des Toleranzbereichs von ±1 Prozentpunkten. Die Kerninflation belief sich auf 2,7%. Die tschechische Krone wertete gegenüber dem Euro um 3,7% auf. Die Tschechische Nationalbank (CNB) senkte ihren Leitzins 2025 in zwei Schritten von 4,00% auf 3,50%.
Die drei führenden Ratingagenturen beließen ihre Ratings der langfristigen Staatsschulden und den Ausblick der Tschechischen Republik das gesamte Jahr hindurch unverändert. Fitch bestätigte das Rating von AA-, Standard & Poor’s jenes von AA- und Moody’s jenes von Aa3, jeweils bei stabilem Ausblick.
Marktüberblick
Dank der positiven makroökonomischen Entwicklung verzeichnete der tschechische Bankensektor 2025 ein sehr gutes Jahr. Die Ausleihungen an Kunden stiegen um 7,0%, wobei die Privatkredite mehr beitrugen als die Kredite an Unternehmen. Die Privatkredite legten dank der starken Nachfrage nach Wohnbaukrediten und der Wiederbelebung der Konsumkredite um 8,4% zu. Der Anstieg bei den Unternehmenskrediten belief sich auf 4,3% und war insbesondere auf Investitionskredite zurückzuführen. Die CNB behielt ihre regulatorischen Beschränkungen für Hypothekarkredite bei und hob die Mindestreserveanforderungen für Banken von 2% auf 4% an. Der systemische Risikopuffer wurde ab 1. Jänner 2025 mit 0,5% festgesetzt. Der antizyklische Kapitalpuffer wurde das ganze Jahr hindurch bei 1,25% belassen. Der von der CNB jährlich durchgeführte Stresstest bestätigte die Resilienz des Sektors, hervorgehoben wurden die hohe Kapitalisierung und die solide Profitabilität. Der Zufluss an Kundeneinlagen blieb mit einem Zuwachs von 6,1% hoch. Im Privatkundengeschäft fiel das Wachstum noch kräftiger aus. Zum Jahresende lag das Kredit-Einlagen-Verhältnis im Bankensektor bei 64,1%, die Gesamtkapitalquote des Bankensektors bei über 20%.
Finanzintermediation – Tschechien (in % des BIP)
Quelle: Tschechische Nationalbank, Erste Group
Die Profitabilität des tschechischen Bankensektors blieb hoch. Der Zinsüberschuss verzeichnete einen moderaten Anstieg, das sinkende Zinsniveau wurde durch Volumenwachstum und geringere Refinanzierungskosten ausgeglichen. Der Provisionsüberschuss stieg infolge höherer Erträge aus dem Kartengeschäft, der Vermögensverwaltung und dem Versicherungsgeschäft. Die Betriebsaufwendungen blieben unter Kontrolle, da höhere Gehälter zum Teil durch die gesunkene Anzahl von Zweigstellen ausgeglichen wurden. Die Kreditqualität war weiterhin sehr gut, die Risikovorsorgen blieben auf niedrigem Niveau. Insgesamt erwirtschaftete der tschechische Bankensektor 2025 eine Eigenkapitalrendite von über 18%.
Marktanteile – Tschechien (in %)
Quelle: Tschechische Nationalbank, Erste Group
Die drei größten Banken hatten bei Kundenkrediten und -einlagen nach wie vor einen gemeinsamen Marktanteil von rund 60%. Die Česká spořitelna behauptete ihre führende Marktposition in allen Produktkategorien. Ihr Marktanteil lag im Privatkundenkreditgeschäft zwischen 24% und 27%, im Firmenkundenkreditgeschäft stieg er leicht auf 23,0%. Mit einem Marktanteil von 24,0% verteidigte die Bank auch ihre führende Position bei Konsumkrediten, einschließlich Kreditkarten. In der Vermögensverwaltung konnte die Česká spořitelna ihre Marktführerschaft mit einem Marktanteil von 24,7% ebenfalls behaupten. George mobile banking war gemessen an der Zahl der Nutzer:innen und des Transaktionsvolumens die auf dem Markt am meisten genutzte Banking App. Ende 2025 zählte die Česká spořitelna mehr als 3,5 Millionen George-Nutzer:innen. Der Anteil der digital abgewickelten Umsätze stieg auf 67%. Der Marktanteil der Česká spořitelna an der Bilanzsumme des Gesamtmarktes gemessen lag bei 17,9%.
Entwicklung des Geschäfts
Tomáš Salomon, CEO der Česká spořitelna, im Interview
Wie haben Sie Mehrwert für Ihre Kundinnen und Kunden geschaffen?
Im Jahr 2025 haben wir unser Bestreben, Menschen bei der Gestaltung einer besseren finanziellen Zukunft zu unterstützen, noch weiter verstärkt. Wir wollen nicht nur Bankdienstleistungen bieten, sondern es unseren Kundinnen und Kunden auch ermöglichen, selbstbewusst fundierte Entscheidungen für ihre langfristige finanzielle Gesundheit zu treffen. Dieses Leitbild hat unsere gesamte Arbeit das ganze Jahr hindurch bestimmt.
Wir haben die Arbeit an der Weiterentwicklung des George-Ökosystems zu einem wahrhaft intelligenten Finanzbegleiter fortgesetzt – einen, der die täglichen Bankgeschäfte einfach, sicher und persönlich macht. Durch den Ausbau von Tools, die das finanzielle Bewusstsein stärken, Unternehmerinnen und Unternehmer unterstützen und mehr Flexibilität bei Rückzahlungen bieten, schaffen wir für alle einen leichteren Zugang zu verantwortungsvollem Finanzmanagement.
Gleichzeitig glauben wir, dass die Zukunft des Bankgeschäfts im Zusammenspiel von digitaler Innovation und menschlichem Fachwissen liegt. Unsere Future Lab-Filiale in Prag zeigt diese Vision sehr anschaulich: Kundinnen und Kunden können die Möglichkeiten von KI-getriebenem Banking in einem eigenen Raum unter sorgfältiger, persönlicher Anleitung kennen lernen.
Wir suchen auch nach Möglichkeiten, das Kundenerlebnis kontinuierlich zu verbessern und individuell zu gestalten – zum Beispiel mittels maßgeschneiderter digitaler Funktionen oder kreativer Einfälle wie Zahlkarten mit Gaming-Themen.
Die weitere Verbesserung von Kundenzufriedenheit, Kundenzahlen und Finanzentwicklung zeigt, dass unsere langjährigen Bemühungen um die Verbesserung des finanziellen Wohlergehens Früchte tragen. Unsere Kundinnen und Kunden signalisieren uns, dass wir in die richtige Richtung gehen. Unser Ziel ist es, unsere Ansprüche an uns selbst noch weiter zu steigern.
Welche Maßnahmen haben Sie zur Verbesserung der Produktivität und Effizienzsteigerung der Bank ergriffen?
In einer sich rasch wandelnden Welt geht es bei der konsequenten Umsetzung der Unternehmensstrategie nicht nur um Effizienz. Es geht vielmehr darum, eine Bank aufzubauen, die anpassungsfähig, innovativ und führungsstark ist. 2025 haben wir diesbezüglich deutliche Fortschritte gemacht und dafür gesorgt, dass die Česká spořitelna stark, agil und zukunftsfit bleibt.
Durch Kostendisziplin und Prozessoptimierung konnten wir die Kosten-Ertrags-Relation unter 45% halten, während wir die Grundlagen unseres Geschäfts weiter modernisierten. Das wesentliche Element unserer Strategie bleibt die digitale Transformation: Die Plattform George wurde weiter automatisiert, intuitiver und dank der KI-getriebenen Beratung und unseres digitalen Assistenten Hey George nutzerfreundlicher.
Wir haben unsere Preisgestaltung und unsere Servicestruktur angesichts der Entwicklung der Kundenpräferenzen neu ausgerichtet und ermutigen zur Nutzung digitaler Kanäle, wo Komfort und Effizienz auf natürliche Weise Hand in Hand gehen. Gleichzeitig haben wir unser Filialnetz noch weiter zu einem intelligenteren, besser vernetzten System umgestaltet, das digitale Kompetenz mit hoher Qualität der persönlichen Dienstleistung verbindet.
Insgesamt haben diese Maßnahmen die Qualität unserer Erträge gestärkt, unsere Kostenbasis gestrafft und uns für nachhaltiges Wachstum gerüstet. Und was noch wichtiger ist: Sie schaffen das Fundament für eine Bank, die nicht nur heute effizienter ist, sondern auch bereit für die Herausforderungen und Chancen des nächsten Jahrzehnts.
Welche Erfolge oder Herausforderungen waren rückblickend besonders erwähnenswert?
Die Feier anlässlich unseres 200-jährigen Jubiläums bot 2025 mehr als eine Rückschau auf die Geschichte – sie erinnerte uns an die Verantwortung, die wir als älteste und größte Bank des Landes tragen. Dieses Erbe befeuert unseren Ehrgeiz, zum Wohle unserer Kundinnen und Kunden und der tschechischen Wirtschaft auch weiterhin den Fortschritt voranzutreiben.
Es war auch ein Jahr bedeutender Erfolge: Unsere Pensionskasse Česká spořitelna penzijní společnost wurde zum größten Verwalter langfristiger Spareinlagen in der Tschechischen Republik. Darüber hinaus vertrauten uns erstmals mehr als 700.000 Kundinnen und Kunden ihre Veranlagungen an. Diese Meilensteine zeigen, dass uns die Menschen zunehmend als Partner sehen, der sie auf ihrem Weg durch eine komplexe Finanzwelt begleitet und auf die Zukunft vorbereitet.
Unsere Erfolge fanden auch entsprechende Anerkennung. International wurde die Česká spořitelna von Euromoney als beste Bank in Tschechien ausgezeichnet, bei den Customer Centricity World Series errangen wir vier erste Plätze. Auf nationaler Ebene führten wir die Golden Crown-Wertungen an und erzielten sowohl bei der Kür der Visa Best Bank als auch der Mastercard Bank of the Year – erstmals das zweite Jahr in Folge – Spitzenplätze.
Diese Erfolge bestätigen, dass unsere Strategie funktioniert. Was noch wichtiger ist: Sie bestärken unsere Entschlossenheit, die Transformation der Bank für die nächste Generation fortzusetzen, getreu dem Leitbild, das uns seit zwei Jahrhunderten antreibt: Wohlstand für Menschen und Gemeinschaften zu fördern.
Finanzergebnis
Die Segmentberichterstattung erfolgt währungsbereinigt. Die tschechische Krone (CZK) wertete im Berichtszeitraum gegenüber dem Euro um 1,7% auf. Der Anstieg im Zinsüberschuss des Segments Tschechische Republik, das den Teilkonzern Česká spořitelna Group umfasst, war dem positiven Beitrag des Kreditgeschäfts und geringeren Aufwendungen für Kundeneinlagen zu verdanken. Der Provisionsüberschuss stieg in erster Linie aufgrund höherer Erträge aus dem Wertpapiergeschäft und der Versicherungsvermittlung. Das Handelsergebnis & Gewinne/Verluste aus Finanzinstrumenten (FVPL) verschlechterte sich geringfügig aufgrund von negativen Bewertungseffekten. Der Anstieg des Betriebsaufwands war durch höhere Personal-, IT- und Marketingkosten bedingt. Die Beiträge zur Einlagensicherung blieben mit EUR 16 Mio im Großen und Ganzen stabil. Insgesamt stieg das Betriebsergebnis an, während sich die Kosten-Ertrags-Relation marginal verschlechterte. Das Ergebnis aus Wertminderungen von Finanzinstrumenten verschlechterte sich aufgrund von geringeren Auflösungen, verursacht durch die Rekalibrierung von Risikoparametern. Der sonstige Erfolg verbesserte sich aufgrund von Gewinnen aus dem Immobilienverkauf und der Auflösung von Vorsorgen für Rechtskosten trotz höherer Verluste aus dem Verkauf von Anleihen. Der Beitrag zum Abwicklungsfonds sank auf EUR 6 Mio (EUR 20 Mio). Insgesamt führten diese Entwicklungen zu einem Anstieg des den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnenden Periodenergebnisses.
Kreditrisiko
Das Kreditrisikovolumen im Segment Tschechische Republik erhöhte sich auf EUR 94,1 Mrd (+4,7%), die Kundenkredite stiegen deutlich auf EUR 49,4 Mrd (+12,1%). Diese Zuwächse waren in erster Linie auf die Entwicklung im Privatkundengeschäft (+12,5%) zurückzuführen. Auch das Geschäft mit Großkunden weitete sich deutlich aus. Der Anteil des Kundenkreditvolumens an den gesamten Kundenforderungen der Erste Group stieg auf 20,9% (19,9%). Gemessen am Geschäftsvolumen ist die Tschechische Republik zum Jahresende 2025 nach Österreich der für die Erste Group zweitwichtigste Markt. Der Anteil der notleidenden Forderungen am gesamten Kundenkreditportfolio verbesserte sich auf 1,6% (1,8%). Aufgrund eines leichten Anstiegs der Wertberichtigungen erhöhte sich die Deckungsquote der notleidenden Ausleihungen auf 104,9% (101,9%).
Slowakei
Wirtschaftliches Umfeld
Die slowakische Wirtschaft – mit bedeutender Automobilindustrie und starkem Dienstleistungssektor – wuchs 2025 um 0,8%. Das Wirtschaftswachstum wurde hauptsächlich durch den Konsum der privaten Haushalte und die Investitionstätigkeit getrieben. Letztere wurde durch den Zufluss von Mitteln der Europäischen Union wesentlich unterstützt. Die Exporte trugen nicht zum Wirtschaftswachstum bei. Die Auslandsnachfrage schwächte sich im Vorjahr deutlich ab, insbesondere in den Handelsbeziehungen mit Deutschland. Seit 2007 ist die Slowakei – pro Kopf gerechnet – der weltweit größte Automobilproduzent. Letztes Jahr wurde insgesamt fast eine Million Fahrzeuge gefertigt. Der slowakische Arbeitsmarkt blieb robust. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich leicht vom historischen Tiefstand von 5,3% im Vorjahr auf 5,4% 2025. Das BIP pro Kopf belief sich auf EUR 24.700.
Das gesamtstaatliche Defizit der Slowakei verbesserte sich, was in erster Linie auf Konsolidierungsmaßnahmen wie die Anpassung von Mehrwertsteuern und Unternehmenssteuern sowie die Einführung einer Finanztransaktionssteuer zurückzuführen war. Ausgabenseitig setzte die Regierung die Subventionierung von Energiepreisen für Haushalte fort. Eingriffe im Energiebereich belasteten den Staatshaushalt in Summe mit 0,3% des BIP. Insgesamt sank das gesamtstaatliche Defizit auf 4,8% des BIP. Die Staatsverschuldungsquote der Slowakei in Prozent des BIP gemessen erhöhte sich leicht auf 61,8%. Zur weiteren Senkung des Defizits im Jahr 2026 führte die slowakische Regierung eine Reihe von Maßnahmen ein, wie weniger staatliche Feiertage, höhere Sozialversicherungsbeiträge, eine höhere progressive Einkommensteuer und ein partielles Einfrieren der Löhne im öffentlichen Sektor.
Die Inflation stieg hauptsächlich wegen des auf die meisten Güter und Dienstleistungen angehobenen Mehrwertsteuersatzes. Die Regierung reagierte mit einem neuen Programm zur Unterstützung für Haushalte, mit direkten Subventionen für Gas- und Stromkosten sowie Gutscheinen für Heizkosten. Darüber hinaus genehmigte die Regierung auch Pläne, die Preisdeckelungen für Gas und Heizung für die meisten Haushalte im Jahr 2026 beizubehalten. Die Lebensmittelpreise erhöhten sich moderat, während die Inflation im Dienstleistungssektor relativ hoch blieb. Die durchschnittliche Verbraucherpreisinflation belief sich auf 4,0%. Die Geldpolitik der Slowakei wird durch die EZB bestimmt, die ihren Leitzinssatz während des Jahres in vier Schritten von 3,00% auf 2,00% senkte.
Im April 2025 bestätigte Standard & Poor’s das Rating der langfristigen Staatsschulden der Slowakei von A+, revidierte den Ausblick jedoch von stabil auf negativ. Als Begründung dafür wurden die Spannungen im Welthandel und deren negative Auswirkungen auf die Wirtschaft der Slowakei mit ihrem bedeutenden Automobilsektor sowie die potenziell nachteiligen Effekte der Fiskalkonsolidierung genannt. Fitch behielt das Rating für die Slowakei mit A- bei, Moody’s jenes von A3, beide mit stabilem Ausblick.
Marktüberblick
Der slowakische Bankenmarkt entwickelte sich trotz der verhaltenen wirtschaftlichen Lage und erhöhter Sektorsteuern gut. Die Kundenkredite stiegen um 6,9%. Kredite an Privatkunden verzeichneten ein Plus von 6,8%, was auf den Aufschwung bei Hypothekardarlehen und die durch rückläufige Zinsen maßgeblich gestützte Nachfrage nach Konsumkrediten zurückzuführen war. Die slowakische Regierung setzte zudem die Subventionierung von Rückzahlungsraten bei Wohnbaukrediten fort. Die Slowakische Nationalbank behielt ihre makroprudenziellen Maßnahmen – einschließlich der Deckelung der Schuldendienst-, Verschuldungs- und Beleihungsquoten – unverändert bei. Der antizyklische Kapitalpuffer wurde ebenfalls seit August 2023 unverändert bei 1,50% belassen. Mit 5,5% wuchsen die Kundeneinlagen weniger stark als die Kredite. Die im März 2025 erfolgte Emission von Staatsanleihen für Privatkunden wirkte sich nachteilig auf den Zuwachs der Privatkundeneinlagen aus. Das Vermögensverwaltungsgeschäft entwickelte sich ausgezeichnet und weitete sich um 12,0% aus. Die Einlagen von Firmenkunden stiegen um 3,2%. Das Kredit-Einlagen-Verhältnis des Bankensektors lag bei 104,8%.
Finanzintermediation – Slowakei (in % des BIP)
Quelle: Slowakische Nationalbank, Erste Group
Der slowakische Bankensektor blieb profitabel. Die Betriebserträge legten zu, gestützt durch Zins- und Provisionsüberschuss. Der Zinsüberschuss profitierte vom Kreditwachstum und weiterhin von schrittweisen Zinsanpassungen bei festverzinslichen Hypothekardarlehen. Der Provisionsüberschuss war in erster Linie auf Erträge aus der Vermögensverwaltung und der Versicherungsvermittlung zurückzuführen. Der Betriebsaufwand war trotz steigender Personalkosten unter Kontrolle, die Kosten-Ertrags-Relation des Sektors blieb mit 45,7% nahezu unverändert.
Marktanteile – Slowakei (in %)
Quelle: Slowakische Nationalbank, Erste Group
Die Banken setzten die Reduktion ihrer Filialnetze fort. Die Kreditqualität blieb sehr gut, die Risikokosten waren niedrig. Während die Sonderbankenabgabe sank, wurde der Nettogewinn von der höheren Unternehmenssteuer, die von 21% auf 24% angehoben wurde, negativ beeinflusst. Zusätzlich führte die Regierung ab April 2025 eine Finanztransaktionssteuer ein. Der Bankensektor verfügte nach wie vor über eine gute Kapitalausstattung. Der slowakische Bankensektor verzeichnete das drittprofitabelste Jahr seiner Geschichte und erzielte eine Eigenkapitalrendite von 7,7%.
In der Slowakei kontrollieren die drei größten Banken des Landes rund 70% des lokalen Bankensektors. Die Konsolidierung setzte sich fort. Die KBC Group gab den Kauf einer Beteiligung von 98,45% an der 365.bank von der J&T Finance Group bekannt. Die Slovenská sporiteľňa war nach wie vor die größte Bank des Landes. Ihr Marktanteil belief sich sowohl bei Kundenkrediten als auch bei Kundeneinlagen auf rund 23%. Im Privatkundengeschäft lagen die Marktanteile zwischen 25% und 28% und damit höher als im Firmenkundengeschäft. Darüber hinaus war die Slovenská sporiteľňa mit einem Marktanteil von 21,0% der zweitgrößte Vermögensverwalter des Landes. Mit über 1,3 Millionen registrierten George-Nutzer:innen behauptete die Slovenská sporiteľňa zudem ihre Marktführerschaft im digitalen Banking.
Entwicklung des Geschäfts
Peter Krutil, CEO der Slovenská sporiteľňa, im Interview
Wie haben Sie Mehrwert für Ihre Kundinnen und Kunden geschaffen?
Im vergangenen Jahr lieferten wir unseren Kundinnen und Kunden erheblichen Mehrwert durch die Verbesserung des Kundenerlebnisses, die Stärkung unserer Dienstleistungen zur finanziellen Gesundheit und die Bereitstellung schnellerer, intuitiver digitaler Lösungen. Im Vergleich zu den anderen drei Spitzeninstituten erzielten wir in unserem Customer Experience Index einen Vorsprung von vier Punkten. Dies zeigt, dass unsere Kundinnen und Kunden die Qualität unserer Dienstleistungen besser bewerteten als jene der direkten Mitbewerber.
2025 erweiterte und vertiefte die Slovenská sporiteľňa ihre Beratung zur finanziellen Gesundheit und positionierte diese Leistung damit als Kernelement der Wertschöpfung für unsere Kundinnen und Kunden. Die Bank beriet mehr als 250.000 Menschen und weitete dadurch den Zugang zu individuell zugeschnittener Beratung aus. Damit vermittelten wir unseren Kundinnen und Kunden mehr Wissen über Sparen und Veranlagung sowie ganz allgemein über Absicherung. Diese Entwicklung wurde durch eine stärkere Einbeziehung von Beratungsinstrumenten über verschiedene Kanäle unterstützt: Verbesserungen bei George, der Beratungsumgebung auf dem Tablet und die Einführung von Unterstützungstools, die Kundenberatern mehr Möglichkeiten bieten und Kundinnen und Kunden mittels datengetriebener Erkenntnisse zu besseren Entscheidungen führen. All diese Verbesserungen steigerten die Verfügbarkeit von Beratungsleistungen, vergrößerten die Einheitlichkeit der Leistungen und halfen der Bank, unseren Führungsanspruch in der Multi-Channel-Beratung zu verteidigen.
Wir starteten neue digitale Funktionen wie George ID, den Pensionsrechner und migrierten George in die Cloud. Damit erhöhten wir die Verfügbarkeit von Leistungen, verbesserten das Onboarding und erleichterten es den Kundinnen und Kunden, ihre Finanzen selbstständig zu verwalten. Die Einführung eines KI-Flüsterers in Echtzeit im Call Center diente der Genauigkeit und Einheitlichkeit der gebotenen Unterstützung.
Als Reaktion auf regulatorische Änderungen schufen wir schließlich die Infrastruktur für die Handhabung der Finanztransaktionssteuer und automatischer Konteneröffnungen, was uns das erfolgreiche Onboarding von 75.000 neuen Kundinnen und Kunden im Mikrosegment ohne Verzögerungen im Service erlaubte. Insgesamt wirkten sich diese Schritte positiv auf das Kundenerlebnis, unsere Beratungsqualität und den Komfort auf allen Kanälen aus.
Welche Maßnahmen haben Sie zur Verbesserung der Produktivität und Effizienzsteigerung der Bank ergriffen?
Während des Jahres 2025 führten wir eine Reihe von Maßnahmen durch, um die operative Effizienz der Bank zu stärken und damit die Profitabilität zu unterstützen.
Wir organisierten einen neuen Ablauf für die Hypothekarbearbeitung, der alte Systeme ablöste und damit die interne Komplexität und Betriebskosten verringerte. Von den optimierten Arbeitsabläufen profitierten auch die Kundinnen und Kunden. Daneben weiteten wir die KI-getriebene Automatisierung auf interne Prozesse wie Dokumentenverwaltung und Programmunterstützungen aus, was die händisch zu erbringenden Arbeiten reduzierte und die Bearbeitung beschleunigte.
Die Bank erzielte Fortschritte bei ihrer wichtigen strategischen Initiative zur Automatisierung der Kreditvergabe an Unternehmen und setzte damit einen entscheidenden Schritt zu besserer Risikokontrolle, präziserer Bearbeitung und rascheren Entscheidungsprozessen. Zusätzlich bauten wir die Omni-Channel-Plattform für Werbungsmanagement aus, um eine gezieltere Kommunikation und ein höheres Niveau bei der Personalisierung zu erreichen.
Darüber hinaus unterstützten wir interne Arbeitsmethoden, indem wir für alle Teams standardisierte Best Practices und effektivere Prozessanalysen und Validierungsverfahren einführten, darunter auch Sparring Sessions für besondere Initiativen. Dies stärkte die Qualität der Projektdurchführung und senkte das Risiko von Verzögerungen oder Ineffizienzen.
Insgesamt wurden mit diesen Maßnahmen die Grundlagen für nachhaltige Effizienzverbesserungen geschaffen.
Welche Erfolge oder Herausforderungen waren rückblickend besonders erwähnenswert?
Das Jahr 2025 brachte eine Reihe erfreulicher Momente. Mit unseren Bemühungen, uns bei unseren Kundinnen und Kunden als klare Hausbank zu etablieren, waren wir sehr erfolgreich, ebenso in Bezug auf den Marktanteil im Einlagengeschäft, bei der CXI-Entwicklung und beim Mitarbeiterengagement, das über 80% lag. Vom Portal PROFESIA wurde die Slovenská sporiteľňa – zum achten Mal – als bester Arbeitgeber im Finanzsektor gewürdigt, was den hohen Einsatz und das große Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unterstreicht.
Unsere digitale Plattform George errang den SmartBank Award nach direkter Abstimmung unter Nutzerinnen und Nutzern. Wir waren in zwei Kategorien siegreich: Beste App (für höchste Kundenzufriedenheit) und Veranlagungen.
Herausforderungen blieben bestehen, insbesondere durch Eingriffe seitens der Regierung (Sonderbankensteuer, Finanztrans-aktionssteuer und Unterstützung für Menschen mit höheren Zinsen auf Wohnbaukredite), was einen negativen Einfluss auf unseren Gewinn hatte. Wir konnten diese Schwierigkeiten jedoch sehr effektiv meistern, im Wettbewerb sogar zu unserem Vorteil nutzen und sicherstellen, dass die Auswirkungen auf unsere Kundinnen und Kunden so gering wie möglich blieben.
Finanzergebnis
Der Zinsüberschuss im Segment Slowakei, das den Teilkonzern Slovenská sporitel’ňa Group umfasst, erhöhte sich aufgrund größerer Volumina im Kundenkreditgeschäft und der Anpassung der Zinsen von Fixzinskrediten sowie gesunkener Aufwendungen für Kundeneinlagen. Diese Effekte wurden durch geringere Erträge aus Platzierungen bei der Zentralbank zum Teil kompensiert. Der Provisionsüberschuss stieg dank höherer Erträge aus der Versicherungsvermittlung und dem Wertpapiergeschäft. Das Handelsergebnis & Gewinne/Verluste aus Finanzinstrumenten (FVPL) sank aufgrund von Bewertungseffekten. Der Betriebsaufwand stieg in erster Linie aufgrund höherer Aufwendungen für Personal, IT und Marketing. Die Beiträge zur Einlagen-sicherung beliefen sich auf EUR 2 Mio (EUR 3 Mio). Das Betriebsergebnis erhöhte sich und die Kosten-Ertrags-Relation verbesserte sich. Das Ergebnis aus Wertminderungen von Finanzinstrumenten verschlechterte sich aufgrund höherer Vorsorgen im Privatkundengeschäft und geringerer Auflösungen aufgrund der Rekalibrierung von Risikoparametern. Die Verschlechterung im sonstigen Erfolg war in erster Linie durch Vorsorgen im Zusammenhang mit der staatlichen Förderung von Hypothekardarlehen bedingt und wurde durch die Aufwertung einer Beteiligung nur zum Teil ausgeglichen. Die in der Position Steuern vom Einkommen verbuchte Bankenabgabe belief sich auf EUR 67 Mio (EUR 103 Mio). Insgesamt erhöhte sich das den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnende Periodenergebnis.
Kreditrisiko
Das Kreditrisikovolumen im Segment Slowakei stieg auf EUR 32,3 Mrd (+9,3%), während sich die Forderungen an Kunden etwas weniger dynamisch, doch deutlich auf EUR 21,1 Mrd (+6,6%) erhöhten. Ihr Anteil am gesamten Kreditportfolio der Erste Group blieb mit 8,9% unverändert. Das Wachstum des Kreditvolumens wurde hauptsächlich durch das Privatkundengeschäft getrieben, während das Firmenkundengeschäft etwas moderater zulegte. Im Vergleich zu anderen Kernmärkten der Erste Group verzeichnete das Segment Slowakei nach wie vor einen erheblich höheren Anteil der Ausleihungen an private Haushalte. Dieser lag bei 68,4% (67,8%) der gesamten Kundenkredite. Diese Kundenstruktur mit Schwerpunkt auf privaten Hypothekarfinanzierungen erklärt auch den großen Anteil des besicherten Geschäfts, der zum Jahresende mit 53,6% (52,7%) etwas höher und nach wie vor über jenem der anderen zentral- und osteuropäischen Kernmärkte lag. Die NPL-Quote stieg moderat auf 2,2% (1,9%). Der NPL-Deckungsgrad belief sich auf 81,5% (92,3%).
Rumänien
Wirtschaftliches Umfeld
Die rumänische Wirtschaft wuchs 2025 um 0,6%. Den größten Beitrag zum Wirtschaftswachstum leistete die Investitionstätigkeit, in Verbindung mit Infrastrukturprojekten der Europäischen Union. Die Zuflüsse von EU-Geldern aus dem mehrjährigen Finanzrahmen und dem Wiederaufbaufonds NextGenerationEU beliefen sich auf EUR 15,2 Mrd. Im Gegensatz zu anderen CEE-Ländern war die Verbraucherstimmung eher schwach, wobei Fiskalkonsolidierungsmaßnahmen den Konsum der privaten Haushalte maßgeblich dämpften. Der Konsum wurde durch die hohe Inflation, das Einfrieren von Pensionen und Gehältern im öffentlichen Sektor sowie verschiedene Steuererhöhungen negativ beeinflusst. Die Nettoexporte trugen aufgrund der schwachen Auslandsnachfrage nicht zum Wachstum bei. Veränderungen im Lagerbestand leisteten einen negativen Beitrag zum realen BIP-Wachstum. Die Landwirtschaft verbesserte sich jedoch gegenüber 2024, als der Sektor von einer schweren Dürre betroffen war. Die Arbeitslosenquote erhöhte sich auf 6,0%. Das BIP pro Kopf stieg deutlich auf EUR 20.000.
Die politische Unsicherheit nach den Präsidentschaftswahlen und der Rücktritt des Premierministers lösten an den Finanzmärkten vorübergehend Besorgnis aus. Im Juni 2025 wurde eine neue Regierung gebildet. Mit 8,0% blieb das Haushaltsdefizit Rumäniens relativ hoch. Im Juli 2025 beschloss das Parlament weitere Fiskalkonsolidierungsmaßnahmen, darunter deutliche Steuer-erhöhungen (wie höhere Mehrwertsteuersätze und höhere Sektorsteuern) sowie ein Einfrieren von Löhnen und Pensionen auch 2026. Die Staatsverschuldungsquote stieg in Prozent des BIP gemessen weiter auf 59,2%.
Mit 7,3% war Rumänien 2025 das Land mit der höchsten Inflationsrate in der Europäischen Union. Das Auslaufen der Strompreis-deckelung im Juli und indirekte Steuererhöhungen im August trugen maßgeblich dazu bei. Die Kerninflation – ohne Lebensmittel- und Energiepreise – stieg auf 8,5%. Der rumänische Leu wertete gegenüber dem Euro geringfügig ab. Die Rumänische Nationalbank beließ ihren Leitzinssatz das gesamte Jahr hindurch bei 6,50%.
Die drei führenden Ratingagenturen reagierten auf die politische Unsicherheit. Standard & Poor’s, Fitch und Moody’s änderten ihren Ausblick von stabil auf negativ, bestätigten aber ihre jeweiligen Ratings: Standard & Poor’s und Fitch jenes von BBB-, Moody’s das von Baa3.
Marktüberblick
Der rumänische Bankenmarkt verzeichnete trotz makroökonomischer Herausforderungen und deutlich höherer Sektorsteuern ein weiteres erfolgreiches Jahr. Die Kundenkredite stiegen um 6,1%, die Kundeneinlagen um 6,9%. Kreditseitig wurde das Wachstum vor allem durch das Privatkundengeschäft getrieben. Wohnbaukredite stiegen trotz des nach wie vor hohen Zinsniveaus um 6,5%, Konsumkredite legten um 10,3% zu. Firmenkundenkredite stiegen um 4,5%. Bei den Kundeneinlagen war das Wachstum dem Privatkundengeschäft zu verdanken, das um 8,1% zulegte. Die Firmenkundeneinlagen erhöhten sich um 5,0%. Insgesamt lag das Kredit-Einlagen-Verhältnis des Bankensektors bei 66,2%. Die Rumänische Nationalbank beließ den antizyklischen Kapitalpuffer das gesamte Jahr hindurch bei 1,0%. Mit einer Gesamtkapitalquote von 24,4% verfügte der rumänische Bankensektor unverändert über eine sehr gute Kapitalausstattung.
Finanzintermediation – Rumänien (in % des BIP)
Quelle: Rumänische Nationalbank, Erste Group
Der Zinsüberschuss wurde durch das Zinsumfeld und Volumenwachstum gestützt. Der Provisionsüberschuss erhöhte sich ebenfalls, hauptsächlich durch Erträge aus dem Wertpapier- und dem Versicherungsvermittlungsgeschäft. Die Aufwendungen wurden insbesondere durch höhere Gehälter beeinflusst. Die Banken setzten die Anpassung ihrer Filialnetze fort. Die Kreditqualität blieb sehr gut, die Risikokosten waren auf niedrigem Niveau. Die NPL-Quote des Sektors belief sich auf 2,7%, während die NPL-Deckungsquote am Ende des Jahres bei 65,1% lag. Im Rahmen ihres Konsolidierungspakets verdoppelte die Regierung die Sondersteuer auf den Bankensektor ab Juli 2025 von 2% auf 4% der Betriebserträge. Insgesamt erzielte der rumänische Bankensektor eine Eigenkapitalrendite von 17,6%.
Marktanteile – Rumänien (in %)
Quelle: Rumänische Nationalbank, Erste Group
Die Konsolidierung des rumänischen Bankenmarktes setzte sich fort. Die Banca Transilvania schloss die Integration der OTP Bank Romania ab, womit sie ihren Marktanteil an der Bilanzsumme gemessen stark ausweitete und ihre führende Position festigte. UniCredit finalisierte die Fusion mit Alpha Bank Romania im August, womit die drittgrößte Bankengruppe des Landes entstand. Die Banca Comercială Română blieb sowohl an der Bilanzsumme als auch an Kundenkrediten und Kundeneinlagen gemessen die zweitgrößte Bank des Landes. Bei Kundenkrediten lag der Marktanteil der Bank bei 14,4%, im Privatkundenkreditgeschäft bei 17,4% und im Firmenkundengeschäft bei 11,7%. Die Anzahl der Nutzer:innen von George, der digitalen Banking-Plattform der Erste Group, stieg auf 2,3 Millionen. Der Anteil der digital abgewickelten Umsätze erhöhte sich auf 91,6%.
Entwicklung des Geschäfts
Sergiu Manea‚ CEO der Banca Comercială Română, im Interview
Wie haben Sie Mehrwert für Ihre Kundinnen und Kunden geschaffen?
2025 lag unser Fokus auf der Integration digitaler Innovationen im Bereich finanzieller Gesundheit, womit wir sowohl unser Privatkundengeschäft als auch unser Firmenkundengeschäft deutlich ausweiten konnten.
Ein bedeutender Meilenstein war der vollständige Umstieg auf George Business mit dem Onboarding von mehr als 10.000 KMUs und Unternehmenskunden auf diese neue, eigenständige Plattform, über die derzeit Transaktionen mit einem Volumen von rund EUR 9 Mrd pro Monat abgewickelt werden. Die Rückmeldungen waren höchst positiv.
Mit George Benefits haben wir das erste Kundenbindungsprogramm in Rumänien gestartet, das Privatkunden auf dem Weg zur Erreichung ihrer Finanzziele mit ansteigenden Leistungen belohnt. Dieses innovative System erlaubt Kundinnen und Kunden die Aktivierung von Leistungspaketen, einschließlich Vorzugszinsen für Kredite und Einlagen. Bei der Zielsetzung unterstützt der FinCoach, ein Planungsinstrument, das vorausschauende Analysen zur Erstellung umsetzbarer, individuell zugeschnittener Empfehlungen und Bildungsressourcen nutzt. Derzeit sind 65% unser Kundinnen und Kunden bei George Benefits registriert. Es wurden bereits mehr als 900.000 persönliche Gespräche über finanzielle Gesundheit geführt.
George wurde mit weiteren Funktionen ausgestattet, wie KI-gestützter Assistenz, neuen Finanzberatungsinstrumenten, Sofortüberweisungen und QR-Zahlungen über RoPay, in-App Videounterstützung sowie Move & Save, einer Funktion, die körperliche Aktivitäten mit Sparen verbindet.
Welche Maßnahmen haben Sie zur Verbesserung der Produktivität und Effizienzsteigerung der Bank ergriffen?
Im abgelaufenen Jahr wurden durch die Umsetzung KI-getriebener Lösungen zur Straffung interner Abläufe und die Standardisierung von Beratungsprozessen weitere Effizienzsteigerungen erzielt. Wir beschäftigten uns insbesondere mit operativen Reibungsverlusten bei der Vergabe von Unternehmenskrediten und verkürzten die Bearbeitungszeit bis zur Inanspruchnahme von Krediten um 80%. Die Bearbeitung von Versicherungspolizzen für Hypotheken wurde vereinfacht, womit die Bearbeitungszeit halbiert wurde. Diese Maßnahmen erhöhten die Genauigkeit und Skalierbarkeit und ermöglichten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Zeit für höherwertige Aufgaben zu nutzen. 25% unserer Kolleginnen und Kollegen verwenden täglich KI-Assistenten.
Darüber hinaus wurde die Produktivität im Kundenkontakt mit der Einführung von mPower Management Advisors erhöht, einer mobilen Plattform, die bereits von mehr als 1.000 Kundenbetreuern genutzt wird. Durch die Integration von Lernen, Coaching und Leistungsfeedback in die tägliche Arbeit konnten wir Zeit aus operativen Aufgaben hin zu sinnvollen Kundenkontakten verlagern, wobei die tägliche Nutzungsquote über 90% beträgt.
Gestützt durch Kundenakquisition und solide Kreditnachfrage stiegen die Betriebserträge stärker als die Kosten, während die Zinsen gegenüber dem Vorjahr ziemlich stabil blieben. Zur Wahrung von Kreditqualität und Risikoindikatoren gingen wir im Neugeschäft unter Berücksichtigung von Risikogewichtungen wieder selektiv vor. Damit erzielte die BCR trotz vorsichtiger Risikovorsorgen ein neues Rekordergebnis.
Welche Erfolge oder Herausforderungen waren rückblickend besonders erwähnenswert?
Trotz eines schwierigen politischen und makroökonomischen Umfeldes zeigte unserer Strategie mit Unterstützung der Realwirtschaft und verstärkter Präsenz in der Gesellschaft ihre Krisenfestigkeit.
2025 finanzierte die BCR rund 6.400 Unternehmen und sicherte damit mehr als 310.000 Arbeitsplätze. Das von BCR Leasing finanzierte Portfolio überschritt die Marke von EUR 1 Mrd, ein bedeutender Meilenstein auf dem lokalen Leasingmarkt. Durch eine an Privatkunden gerichtete Akquisitions- und Aktivierungskampagne gewannen wir 157.000 Neukunden. Der Gesamtumsatz stieg um 60%, der Marktanteil der neu vergebenen Konsumkredite erreichte 25%. Im Wohnbausektor bearbeiteten wir nahezu 9.000 Kredite im Gesamtvolumen von RON 3,5 Mrd über unser spezialisiertes, 15 Standorte umfassendes Filialnetz Xpert Casa. Damit stieg unser Marktanteil am Hypothekenneugeschäft auf mehr als 30%. Heute werden fast 95% aller Privatkundenprodukte online vertrieben.
ZBOR, Rumäniens größtes Ökosystem für junge Menschen, konnten wir auf mehr als 67.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer und neun Zentren ausbauen. Eine neu eingeführte mobile App gewann innerhalb von zwei Monaten 13.000 Nutzerinnen und Nutzer und bietet Finanzbildung, Lebenskompetenzen, Mentoring und Wettbewerbe. Die Money School erreichte 1,9 Millionen Menschen, während LifeLab, unser interdisziplinäres Finanzbildungsprogramm, 14.000 Lehrenden und 21.000 Studierenden kostenlose Online-Ressourcen zur Verfügung stellt.
Ein anderes Thema ansprechend, emittierten wir einen Eurobond mit einem Volumen von EUR 500 Mio und erzielten damit eine der günstigsten Margen, die für eine MREL-fähige Emission einer rumänischen Bank jemals verzeichnet wurde. Daneben brachte die BCR eine weitere Senior Non-Preferred-Emission mit einem Volumen von RON 1,12 Mrd auf den nationalen Markt und verbuchte für diese Anleiheklasse die engste Marge, die eine rumänische Bank in den letzten Jahren erreichen konnte.
Finanzergebnis
Die Segmentberichterstattung erfolgt währungsbereinigt. Der rumänische Leu (RON) wertete im Berichtszeitraum gegenüber dem Euro um 1,4% ab. Der Zinsüberschuss im Segment Rumänien, das den Teilkonzern Banca Comercială Română Group beinhaltet, wurde durch größere Kreditvolumina, höhere Erträge aus Wertpapierveranlagungen sowie geringeren Aufwendungen für Kundeneinlagen positiv beeinflusst. Der Anstieg im Provisionsüberschuss war hauptsächlich auf höhere Erträge aus dem Zahlungsverkehr und dem Wertpapiergeschäft zurückzuführen. Der Anstieg im Handelsergebnis & Gewinne/Verluste aus Finanzinstrumenten (FVPL) war durch einen verbesserten Beitrag aus dem Fremdwährungsgeschäft sowie höhere Erträge aus Geldmarktinstrumenten und Zinsderivaten bedingt. Die Betriebsaufwendungen stiegen hauptsächlich aufgrund höherer IT- und Marketingkosten. Der Beitrag zur Einlagensicherung betrug unverändert EUR 4 Mio. Insgesamt verschlechterten sich sowohl das Betriebsergebnis als auch die Kosten-Ertrags-Relation. Das Ergebnis aus Wertminderungen von Finanzinstrumenten verschlechterte sich in erster Linie aufgrund neuer Kreditausfälle, was teilweise durch die Aktualisierung von Risikoparametern ausgeglichen wurde. Im sonstigen Erfolg hatte die Auflösung von Vorsorgen für Rechtsfälle im Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit der lokalen Bausparkasse sowie die Auflösung von Vorsorgen für sonstige Rechtskosten einen positiven Effekt, der durch den Anstieg der Bankensteuer auf EUR 63 Mio (EUR 37 Mio) sowie einen höheren Beitrag zum Abwicklungsfonds in Höhe von EUR 7 Mio (EUR 6 Mio) jedoch zum Teil kompensiert wurde. Insgesamt erhöhte sich das den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnende Periodenergebnis.
Kreditrisiko
Das Kreditrisikovolumen im Segment Rumänien stieg auf EUR 30,2 Mrd (+8,9%). Die Kundenkredite weiteten sich auf 14,8 Mrd (+5,7%) aus. Ihr Anteil am gesamten Kundenkreditportfolio der Erste Group blieb mit 6,3% unverändert. Im Privatkundengeschäft wuchs das Kreditvolumen stärker als im Firmenkundengeschäft. Die notleidenden Ausleihungen erhöhten sich auf EUR 366 Mio (+3,5%), wobei der Anstieg vor allem im Privatkundensegment verzeichnet wurde. Der Anteil der notleidenden Ausleihungen am gesamten Kundenkreditportfolio stieg leicht auf 2,7% (2,6%). Die Wertberichtigungen gingen zurück, und die Deckungsquote der notleidenden Ausleihungen lag bei komfortablen 132,0% (168,7%).
Ungarn
Wirtschaftliches Umfeld
2025 wurde das Wachstum der ungarischen Wirtschaft hauptsächlich durch den Konsum der privaten Haushalte getrieben, gestützt durch anhaltende Reallohnzuwächse und in der Vorwahlzeit durch erste fiskalpolitische Lockerungen. Die Investitionstätigkeit dämpfte das Wirtschaftswachstum weiterhin aufgrund der Verschiebung öffentlicher Investitionsvorhaben, des verhaltenen Zuflusses von Mitteln der Europäischen Union und eines relativ schwachen Vertrauens in die Wirtschaft. Die Nettoexporte litten unter schwächerer Auslandsnachfrage und trugen nicht zum Wirtschaftswachstum bei. Die ausländischen Direktinvestitionen wurden wieder positiv von China beeinflusst und Ungarn wurde in Zentraleuropa zum wichtigsten Zielland für chinesische Investitionen. Ein Viertel der Sachgüterproduktion des Landes fiel auf deutsche und chinesische Fahrzeughersteller. Die Arbeitslosenquote blieb nahezu unverändert bei 4,4%, ein im Vergleich zu vielen anderen europäischen Ländern niedriges Niveau. Insgesamt erhöhte sich das reale BIP um 0,4%. Das BIP pro Kopf belief sich auf EUR 22.800.
Für April 2026 sind Parlamentswahlen angesetzt. Die Regierung traf im Hinblick auf die Wahlen bereits 2025 eine Reihe von Maßnahmen wie Pensionserhöhungen, verschiedene Steuerbegünstigungen für Familien und staatliche Förderungen für bestimmte Privat- und Firmenkundenkredite, die Auswirkungen auf die Ausgabenseite hatten. Dies wurde zum Teil durch den Aufschub staatlicher Investitionen kompensiert. Die Einnahmen wurden hingegen durch weitere Anpassungen der Bankenabgabe und die Verlängerung der Übergewinnsteuern für Finanz-, Energie- und Einzelhandelsunternehmen gestützt. Das gesamtstaatliche Defizit Ungarns lag Ende des Jahres bei 5,0%. Die Staatsverschuldungsquote in Prozent des BIP gemessen stieg geringfügig auf 74,1%.
Wie in den meisten vergleichbaren Ländern in Zentral- und Osteuropa beschleunigte sich die Inflation auch in Ungarn, hauptsächlich aufgrund höherer Lebensmittelpreise. Durch eine Vielzahl von Maßnahmen zur Preisfestsetzung und den stärkeren Forint konnte die Teuerung gedämpft werden. Die durchschnittliche Verbraucherpreisinflation belief sich auf 4,4%. Die Kerninflation – ohne Lebensmittel- und Energiepreise – lag bei 4,6%. Der ungarische Forint wertete gegenüber dem Euro um 7,0% auf und zählte damit zu den stärksten Währungen in CEE. Die Ungarische Nationalbank beließ ihren Leitzins das gesamte Jahr hindurch unverändert bei 6,50%.
Im April 2025 bestätigte Standard & Poor’s das Rating der langfristigen Staatsschulden Ungarns von BBB-, änderte allerdings den Ausblick von stabil auf negativ. Begründet wurde dies mit Besorgnis über die Fiskalkonsolidierungspläne und die potenzielle Verschlechterung der Staatsfinanzen vor den Wahlen im April 2026. Im Dezember 2025 revidierte Fitch unter Verweis auf dieselben Gründe den Ausblick ebenfalls von stabil auf negativ und beließ das Rating der langfristigen Staatsschulden unverändert bei BBB. Moody’s ließ das Rating der langfristigen Staatsschulden mit negativem Ausblick unverändert bei Baa2.
Marktüberblick
Der ungarische Bankensektor entwickelte sich trotz der nur moderaten makroökonomischen Entwicklung und hoher Bankensteuern gut. Das Volumen der Kundenkredite erhöhte sich dank des Privatkundengeschäfts um 8,5%. Die Steigerung der Privatkundenkredite um 14,4% war in erster Linie auf Wohnbaukredite zurückzuführen. Das Wachstum der Firmenkundenkredite belief sich wegen der gedämpften Nachfrage nach Investitionskrediten auf 3,6%. Eine bedeutende Rolle kam weiterhin staatlichen Subventions- und Förderprogrammen zu. Das Programm zur Unterstützung beim Erwerb des ersten Eigenheims (Home Start) wirkte sich positiv auf das Wachstum im Privatkundengeschäft aus. Zusätzlich führte die Regierung subventionierte Kredite für junge ungarische Arbeiter:innen ein. Im Vorjahr vorgestellte Programme wie CSOK Plus (Wohnbauförderung für Familien), Baby-Kredite und Förderungen für Wohnbausanierungen wurden beibehalten. Der Anstieg der Kundeneinlagen um 5,5% war im We-sentlichen auf Privatkundeneinlagen zurückzuführen. Insgesamt lag das Kredit-Einlagen-Verhältnis des Bankensektors bei 73,7%.
Finanzintermediation – Ungarn (in % des BIP)
Quelle: Ungarische Nationalbank, Erste Group
Die Profitabilität des ungarischen Bankensektors blieb hoch. Der Zinsüberschuss ging leicht zurück. Die Regierung verlängerte die Zinsdeckelung für variable und bestimmte festverzinsliche Wohnbau-Hypothekarkredite bis 30. Juni 2026. Die Ungarische Nationalbank senkte mit Wirkung vom 1. August 2025 das Mindestreserveerfordernis von 10% auf 8%. Der Provisionsüberschuss stieg dank des starken Vermögensverwaltungsgeschäfts deutlich an. Der Verwaltungsaufwand blieb unter Kontrolle, obwohl sich die Personalkosten deutlich erhöhten. Die Anzahl der Zweigstellen ging weiter zurück. Im April 2025 erließ die ungarische Regierung ein Gesetz, das die Banken verpflichtet, zur Sicherung der Versorgung mit Bargeld in jeder Gemeinde Bankomaten aufzustellen und zu betreiben. Die Kreditqualität entwickelte sich gut, die Risikokosten waren auf niedrigem Niveau.
Marktanteile – Ungarn (in %)
Quelle: Ungarische Nationalbank, Erste Group
Die Banken führten weiterhin Banken- und Transaktionssteuern ab. Die ursprünglich für 2022 und 2023 vorgesehene Übergewinnsteuer wurde bei erhöhtem Steuersatz bis 2026 verlängert. Steuerermäßigungen durch Käufe von Staatsanleihen wurden modifiziert. Die Ungarische Nationalbank erhöhte den antizyklischen Kapitalpuffer ab 1. Juli 2025 von 0,5% auf 1,0%. Die Eigenkapitalrendite des gesamten Bankensektors blieb sehr gut und dieser war mit einer Eigenmittelquote von rund 20% nach wie vor gut mit Kapital ausgestattet.
Die führende Bank auf dem ungarischen Markt war weiterhin die OTP Bank, gefolgt von der Magyar Bank Holding (MBH). 2025 erhielt Revolut die Genehmigung zur Errichtung einer ungarischen Zweigstelle und nahm den Betrieb auf. Sie bietet lokalen Kunden ein breites Spektrum an Finanzdienstleistungen. Die Erste Bank Hungary blieb landesweit einer der wichtigsten Marktteilnehmer. Ihr Marktanteil bei Kundenkrediten lag bei 8,8%, dieser war im Privatkundengeschäft nach wie vor höher als im Firmenkundengeschäft. Bei den Kundeneinlagen erhöhte er sich auf 8,9% und in der Vermögensverwaltung belief er sich auf 16,4%. Die Anzahl der George-Nutzer:innen stieg weiter und erreichte zum Jahresende über 800.000. An der Bilanzsumme gemessen war die Erste Bank Hungary mit 6,4% die viertgrößte Bank des Landes.
Entwicklung des Geschäfts
Radován Jelasity, CEO der Erste Bank Hungary, im Interview
Wie haben Sie Mehrwert für Ihre Kundinnen und Kunden geschaffen?
Bei der Erste Bank Hungary legen wir den Fokus unserer Philosophie auf drei Prioritäten: zufriedene Mitarbeitende, zufriedene Kundinnen und Kunden sowie zufriedene Investoren. Unser Engagement für unsere Kundinnen und Kunden auf dem ungarischen Markt schlägt sich in Spitzenplätzen im Customer Experience Index nieder.
Die Erste hatte immer den Anspruch, führend bei Digitalisierung und Innovation zu sein. Wir haben unser digitales Angebot weiter entwickelt, um noch besseres Service und mehr Komfort zu bieten. Damit wird ein immer größerer Anteil unserer Dienstleistungen digital erbracht. Gleichzeitig steigt auch die Zahl der digital aktiven Kundinnen und Kunden: Drei von vier sind bereits digital aktiv. Die Plattform George bietet ein außerordentlich breites Produktangebot, was unabhängige Umfragen und Kundenrückmeldungen bestätigen. George hat sich auf digitalen Kanälen zur primären Schnittstelle für Beratung, Onboarding und Engagement entwickelt. Heute nutzen fast 80% der digital aktiven Kundinnen und Kunden für ihre Transaktionen ausschließlich George, und mehr als die Hälfte aller Umsätze wird über digitale Kanäle getätigt.
Wir haben auch KI-Lösungen wie unseren hauseigenen Chatbot eingeführt, die es den Teams in den Filialen und Contact Centern ermöglichen, besser und schneller auf Kundenanfragen zu reagieren. Abseits des Themas Technologie setzen wir uns für finanzielle Gesundheit, Vermögensaufbau und Finanzbildung ein, und wir bieten personalisierte Tipps für das Portfolio und Initiativen wie Goldfondsgeschenke für im Rahmen unserer jüngsten Werbekampagne neu gewonnene Sparer. Wir haben als erste Bank des Landes ein Kinderbuch zum Thema Finanzbildung herausgebracht. Schließlich nehmen wir auch aktiv an staatlichen Maßnahmen teil, mit denen verschiedene neue staatlich geförderte Kredite angeboten werden.
Welche Maßnahmen haben Sie zur Verbesserung der Produktivität und Effizienzsteigerung der Bank ergriffen?
Effizienz war für uns schon immer selbstverständlich und hat klare Ergebnisse geliefert: Die Erträge sind deutlich schneller gestiegen als die Aufwendungen, unsere Kosten-Ertrags-Relation liegt im mittleren Bereich der 30%-Marke. Dies beweist, dass unser Geschäftsbetrieb trotz beträchtlicher Anstiege bei Gehältern und Investitionen skalierbar ist. Wir bleiben unserem Ziel verpflichtet, langfristig eine Kosten-Ertrags-Relation von 40% zu halten.
Davon abgesehen sind wir im Hinblick auf Ungarns Wachstumspotenzial zuversichtlich - sowohl Kredite an Privatkunden als auch an Unternehmen betreffend. Zur weiteren Steigerung der Effizienz wurde eine agile Transformation eingeleitet, um rascher auf Kundenwünsche reagieren und unsere Flexibilität im operativen Geschäft erhöhen zu können.
Parallel dazu haben wir ein umfangreiches IT-Modernisierungsprogramm begonnen und unser Champions-Programm fortgesetzt: Dabei bestimmt jeder Geschäftsbereich einen Champion, der mit Unterstützung unseres explizit dafür vorgesehenen Teams für Effizienz geeignete Maßnahmen einleiten soll. Mit diesen Schritten gewährleisten wir Modernisierung und kulturelles Engagement im gesamten Unternehmen.
Welche Erfolge oder Herausforderungen waren rückblickend besonders erwähnenswert?
Das vergangene Jahr verlief für die Erste Bank Hungary außerordentlich gut. Das Kosten-Ertrags-Verhältnis blieb auf ausgezeichnetem Niveau, das von uns verwaltete Vermögen war erneut höher als die Bilanzsumme der Bank, und wir konnten auch wieder die höchste Marktdurchdringung bei Anlagekonten verzeichnen – sowohl innerhalb der Erste Group als auch auf dem gesamten ungarischen Markt.
Neben den Finanzergebnissen bin ich stolz auf unsere Kolleginnen und Kollegen und deren hohes Engagement. 2025 wurde die Erste Bank Hungary im Rahmen des wherewework-Award zum besten Arbeitgeber des Landes gekürt und erhielt Silber von PwC als attraktivster Arbeitsplatz in der Kategorie Finanzdienstleister. Unsere ESG-Bemühungen wurden ebenfalls gewürdigt. Für unser Bekenntnis zur Nachhaltigkeit erhielten wir den Titel Green Bank of the Year.
Herausforderungen bleiben aber bestehen. Priorität hat die Steigerung von Effizienz durch vollständige Digitalisierung und Rationalisierung von Dienstleistungen. Daneben muss der Fokus auf einer skalierten KI-Umsetzung und der Sicherstellung einer reibungslosen Zusammenarbeit mit der Regierung in Steuerfragen liegen. Zusätzlich wird auch makroökonomischer Druck – wie Inflation und geringeres Wachstum – das Umfeld beeinflussen. Unsere Erfolge sind jedoch Beweis für die Resilienz und die Stärke unserer Strategie.
Finanzergebnis
Die Segmentberichterstattung erfolgt währungsbereinigt. Der ungarische Forint (HUF) wertete gegenüber dem Euro im Berichtszeitraum um 0,6% ab. Der Rückgang im Zinsüberschuss im Segment Ungarn, das den Teilkonzern Erste Bank Hungary Group umfasst, war auf die wegen des gesunkenen Zinsniveaus geringeren Beiträge aus dem Kreditgeschäft und Platzierungen bei der Zentralbank zurückzuführen. Der Anstieg im Provisionsüberschuss war hauptsächlich eine Folge höherer Erträge aus dem Zahlungsverkehr. Der Rückgang im Handelsergebnis & Gewinne/Verluste aus Finanzinstrumenten (FVPL) war durch Bewertungseffekte bedingt. Die Betriebsaufwendungen stiegen aufgrund eines höheren Personal- und IT-Aufwands. Der Beitrag zur Einlagensicherung blieb mit EUR 8 Mio stabil. Insgesamt blieb das Betriebsergebnis stabil, während sich die Kosten-Ertrags-Relation verschlechterte. Das Ergebnis aus Wertminderungen von Finanzinstrumenten profitierte weiterhin von Nettoauflösungen, wenngleich in geringerem Ausmaß. Die Verbesserung im sonstigen Erfolg war in erster Linie durch eine in der Vorperiode im Zusammenhang mit gruppeninternen Transaktionen einmalig angefallene Vorfälligkeitsentschädigung bedingt. Die Finanztransaktionssteuer erhöhte sich auf EUR 127 Mio (EUR 91 Mio). Die Bankenabgaben beliefen sich auf EUR 48 Mio (EUR 76 Mio). Darin enthalten war neben der regulären Bankensteuer eine Sondergewinnsteuer von EUR 28 Mio (EUR 52 Mio). Der Beitrag zum Abwicklungsfonds verringerte sich auf EUR 1 Mio (EUR 2 Mio). Insgesamt stieg das den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnende Periodenergebnis.
Kreditrisiko
Das Kreditrisikovolumen im Segment Ungarn stieg deutlich auf EUR 14,7 Mrd (+19,9%). Das Kundenkreditportfolio weitete sich mit vergleichbarer Dynamik auf EUR 6,9 Mrd (+18,7%) aus. Der Anteil des Segments Ungarn an den gesamten Kundenkredit-forderungen der Erste Group erhöhte sich geringfügig auf 2,9%. Während Kredite und Darlehen im Privatkundensegment auf EUR 4,1 Mrd (+26,1%) zulegten, stiegen Ausleihungen an Unternehmen auf EUR 2,8 Mrd (+9,4%). Der Anteil der notleidenden Forderungen an den gesamten Ausleihungen an Kunden sank auf 1,6% (1,9%). Der NPL-Deckungsgrad lag bei 119,4% (123,2%).
Kroatien
Wirtschaftliches Umfeld
Kroatiens Wirtschaft erreichte 2025 eine der höchsten Wachstumsraten der CEE-Länder, was hauptsächlich auf die Inlandsnachfrage und die Investitionstätigkeit zurückzuführen war. Letztere blieb das ganze Jahr hindurch lebhaft und profitierte erheblich von Mitteln der Europäischen Union. Besonders hoch waren die Investitionen in der Bauwirtschaft. Die Exporte litten hingegen unter einer schwächeren Auslandsnachfrage. Der Fremdenverkehr verzeichnete ein gutes Jahr, die Zahl der Übernachtungen stieg leicht an. Kroatiens Arbeitsmarkt blieb robust, die Arbeitslosenquote sank auf ein neues Rekordtief von 4,9%. Insgesamt stieg das reale BIP um 3,0%. Das BIP pro Kopf belief sich auf EUR 23.900.
Die Staatsfinanzen Kroatiens blieben trotz Anstiegs des gesamtstaatlichen Defizits solide. Sondersteuern, das Auslaufen der Befreiung von Sozialversicherungsbeiträgen junger Arbeitnehmer:innen und das Ende der vorübergehenden Senkung der Mehrwertsteuer auf vereinzelte Produktkategorien wirkten sich positiv aus. Die Staatsausgaben erhöhten sich aufgrund eines deutlichen Anstiegs von Sozialleistungen wie Beihilfen für vulnerable Personen sowie höhere Pensionen und Löhne im öffentlichen Dienst. Insgesamt behielt Kroatien die Fiskaldisziplin bei. Das gesamtstaatliche Defizit belief sich auf 2,9 % des BIP. Die Staatsverschuldungsquote gemessen in Prozent des BIP verringerte sich auf 56,5%.
Wie in den meisten anderen Ländern Zentral- und Osteuropas stieg die Inflation auch in Kroatien. Angesichts der starken Inlandsnachfrage blieb die Inflation im Dienstleistungssektor – vor allem im Fremdenverkehr – hoch. Die Lebensmittelpreise legten deutlich zu, während sich die Energiepreise nur moderat erhöhten. Insgesamt stiegen die durchschnittlichen Verbraucherpreise um 3,7%. Die Geldpolitik Kroatiens wird von der Europäischen Zentralbank bestimmt, die ihren Leitzins im Jahresverlauf in vier Schritten von 3,00% auf 2,00% senkte.
Die Ratingagenturen nahmen während des Jahres keine Änderungen vor. Fitch behielt das Rating der langfristigen Staatsschulden von A- bei und beließ den Ausblick auf stabil. Moody’s bestätigte das Rating von A3, ebenfalls mit stabilem Ausblick. Standard & Poor’s beließ das Rating bei A- mit positivem Ausblick.
Marktüberblick
Vor dem Hintergrund positiver makroökonomischer Entwicklungen erzielte der kroatische Bankensektor auch 2025 gute Ergebnisse. Die Kundenkredite stiegen um 11,1%, getrieben von anhaltend starker Nachfrage nach Privatkundenkrediten und dem Aufschwung bei Firmenkundenkrediten. Die Privatkundenkredite erhöhten sich um 12,8%, was in erster Linie auf die große Nachfrage nach Wohnbaukrediten und stabile Konsumkredite zurückzuführen war. Die Kreditvergabe an Unternehmen stieg mit 9,2% deutlich stärker als im Vorjahr. Die Kroatische Nationalbank verschärfte ihre makroprudenziellen Maßnahmen mit Juli 2025: Die Schuldendienstquote wurde bei Wohnbaukrediten mit 45% und bei Nichtwohnbauausleihungen mit 40% des Einkommens gedeckelt, die Beleihungsquote wurde mit 90% begrenzt. Außerdem wird der antizyklische Kapitalpuffer mit 1. Jänner 2027 von 1,5% auf 2,0% angehoben werden. Die Kundeneinlagen stiegen um 7,2%. Im Privatkundengeschäft erhöhten sich die Einlagen um 7,0%, im Firmenkundengeschäft um 7,7%. Das Kredit-Einlagen-Verhältnis des Bankensektors belief sich zum Jahresende auf 73,8%.
Finanzintermediation – Kroatien (in % des BIP)
Quelle: Kroatische Nationalbank, Erste Group
Die Profitabilität des kroatischen Bankensektors blieb sehr hoch. Der Zinsüberschuss legte insbesondere aufgrund des guten Kreditwachstums zu. Der Provisionsüberschuss profitierte vor allem vom Vermögensverwaltungsgeschäft. Die Betriebsaufwendungen blieben trotz der Lohninflation unter Kontrolle, die Kosten-Ertrags-Relation lag bei 42,9%. Die Kreditqualität blieb sehr hoch. Der Anteil der notleidenden Forderungen (NPL) an den Bruttokundenkrediten belief sich zum Jahresende auf 2,3%. Die NPL-Deckungsquote lag bei 65,4%. Wie im Vorjahr mussten die Banken keine Bankensteuer entrichten. Die Eigenmittelquote des Bankensystems betrug 22,7%. Insgesamt erzielte der kroatische Bankensektor eine Eigenkapitalrendite von 14,6%.
Marktanteile – Kroatien (in %)
Quelle: Kroatische Nationalbank, Erste Group
2025 gab es keine wesentlichen Fusionen oder Übernahmen. Die Erste Bank Croatia zählte wieder zu den drei größten Banken des Landes. Die Anzahl der George-Nutzer:innen steigerte sich auf knapp 800.000. Der Anteil der digital abgewickelten Umsätze erreichte 70,4%. Neben George verzeichnete die digitale Plattform KEKS Pay 576.000 Nutzer:innen, von denen 78% nicht zum Kundenstock der Erste Bank Croatia zählten. An der Bilanzsumme gemessen hatte die Bank einen Marktanteil von 17,6%. Bei Kundenkrediten lag er bei 18,5%, bei Kundeneinlagen bei 17,3%. Die Marktanteile im Firmenkundengeschäft lagen dabei über jenen im Privatkundengeschäft. In der Vermögensverwaltung verfügte die Bank über einen Marktanteil von 18,2%. Das Kredit-Einlagen-Verhältnis der Bank belief sich auf 77,0%.
Entwicklung des Geschäfts
Christoph Schöfböck, CEO der Erste Bank Croatia, im Interview
Wie haben Sie Mehrwert für Ihre Kundinnen und Kunden geschaffen?
2025 wurde das Projekt zur Gestaltung unseres zukünftigen operativen Modells auf der Basis und den Grundsätzen einer agilen Struktur mit maximaler Kraft vorangetrieben. Funktionsübergreifende Teams, bestehend aus Experten aus den Geschäftsbereichen und IT-Fachkräften, arbeiteten gemeinsam daran, das Kundenerlebnis weiter anzuheben, insgesamt effizienter zu werden, Bürokratie abzubauen und zusätzliches Wachstumspotenzial zu erkennen. Jedes Team ist für den gesamten Produktlebenszyklus und das Nachfragemanagement verantwortlich, was zu einem präziseren, rascheren und stärker kundenorientierten Zugang zum Markt beiträgt.
Unser Ziel besteht darin, als Organisation effizient zu arbeiten und Werte zu schaffen. Dabei wird der kontinuierlichen Verbesserung des Kundenerlebnisses höchste Priorität eingeräumt.
Welche Maßnahmen haben Sie zur Verbesserung der Produktivität und Effizienzsteigerung der Bank ergriffen?
In verschiedenen Bereichen wurde eine Reihe von Maßnahmen zur weiteren Verbesserung unserer betrieblichen Leistung und Effizienz ergriffen. Neben der fortgesetzten Arbeit an der Digitalisierung unserer Produkte und Dienstleistungen sowie der Automatisierung interner Abläufe konnten wir auf dem Weg zu unserem zukünftigen Geschäftsmodell zwei bedeutende strategische Meilensteine erreichen. Nach der Eingliederung des Kartenemissionsgeschäfts des Erste Card Club (ECC) in die Bank, die bereits im Oktober 2024 erfolgte, verkauften wir das Akquisitionsgeschäft von ECC im vergangenen Jahr an Global Payments. Dies war ein logischer Schritt im Rahmen unserer strategischen Ausrichtung zur Verbesserung des Gesamtmodells im Zahlkartengeschäft. Wir werden unsere Zusammenarbeit mit Global Payments intensivieren und damit die Qualität des Kartengeschäfts erhöhen, die Kundenzufriedenheit sowohl bei Händlern als auch bei Kreditkartennutzern steigern und die Entwicklung von Zahlungsmöglichkeiten und innovativen Funktionen unterstützen.
Darüber hinaus wurde unser hauseigenes Start-up KEKS Pay als eigenes Unternehmen etabliert, das derzeit zu 100% im Eigentum der Bank steht. Damit sollte mehr Spielraum für eine selbstständige Entwicklung, Innovationen und strategische Initiativen geschaffen werden, einschließlich der Expansion in neue Märkte.
Welche Erfolge oder Herausforderungen waren rückblickend besonders erwähnenswert?
Ganz allgemein setzten wir unsere stabilen und wachstumsorientierten operativen Trends fort, was wiederum zu positiven Finanzergebnissen führte. In beiden Segmenten – dem Privat- und dem Firmenkundengeschäft – war eine positive Tendenz zu verzeichnen. Auch bei den Kundeneinlagen waren die Wachstumsraten stabil, wobei die Nutzung unserer digitalen Kanäle weiterhin eine solide Aufwärtsbewegung zeigte. Eine sehr starke Kapitalposition und ein hohes Maß an Liquidität ermöglichten es uns, nicht nur unsere Kundinnen und Kunden adäquat zu unterstützen, unsere digitalen Innovationen fortzusetzen und unsere Position auf dem lokalen Markt weiter auszubauen, sondern auch dem Wachstum und der Entwicklung der gesamten kroatischen Wirtschaft zusätzliche Impulse zu verleihen.
Ich bin zudem stolz darauf, dass unsere Bank auch im letzten Jahr einige prestigeträchtige Auszeichnungen erhalten hat. Das zweite Jahr in Folge wurden wir von der Kroatischen Handelskammer für unsere außerordentlichen Leistungen im Bereich ESG in der Kategorie Finanzinstitute gewürdigt. Die Auszeichnung geht an Unternehmen auf Basis einer umfassenden nationalen ESG-Bewertung. Außerdem wurden wir – ebenfalls das zweite Jahr in Folge – vom kroatischen Business Council for Sustainable Development in der Kategorie Sustainable Corporate Governance geehrt. Darüber hinaus erhielt das Erste Private Banking Team in Kroatien vom hoch angesehenen Global Finance Magazine einen Preis für das beste Private Banking.
Finanzergebnis
Der leichte Rückgang im Zinsüberschuss im Segment Kroatien, das den Teilkonzern Erste Bank Croatia Group umfasst, war auf höhere Aufwendungen für ein gestiegenes Volumen von Kundeneinlagen zurückzuführen, wurde jedoch zum Teil durch höhere Erträge aus einem gestiegenen Kundenkreditvolumen sowie höhere Erträge aus Platzierungen bei der Zentralbank kompensiert. Der Anstieg im Provisionsüberschuss resultierte in erster Linie aus höheren Erträgen aus dem Zahlungsverkehr. Das Handelsergebnis & Gewinne/Verluste aus Finanzinstrumenten (FVPL) war im Großen und Ganzen stabil. Die Betriebsaufwendungen stiegen aufgrund höherer Personal-, IT-, Rechts- und Beratungskosten. Der Beitrag zur Einlagensicherung belief sich auf EUR 4 Mio (EUR 3 Mio). Sowohl das Betriebsergebnis als auch die Kosten-Ertrags-Relation verschlechterten sich. Das Ergebnis aus Wertminderungen von Finanzinstrumenten verschlechterte sich aufgrund der Rekalibrierung von Risikoparametern besonders im Privatkundengeschäft in Zusammenhang mit der Fusion mit einem Tochterunternehmen. Die Verbesserung im sonstigen Erfolg war in erster Linie den im Vorjahr verzeichneten negativen Einmaleffekten zuzuschreiben. Insgesamt verringerte sich das den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnende Periodenergebnis trotz der im Vorjahr in der Position Steuern vom Einkommen verbuchten zusätzlichen Sondersteuer in Höhe von EUR 6 Mio.
Kreditrisiko
Im Segment Kroatien stieg das Kreditrisikovolumen auf EUR 18,0 Mrd (+8,3%), wobei Kredite und Darlehen an Kunden sich ebenso stark auf EUR 10,8 Mrd (+8,3%) ausweiteten. Der Anteil des Kundenkreditvolumens an den gesamten Kundenforderungen der Erste Group erhöhte sich geringfügig auf 4,6% (4,5%). Der Anteil der Privatkundenkredite erhöhte sich auf 48,3%, während jener der Firmenkundenkredite auf 51,7% sank. Die NPL-Quote ging auf 2,8% (3,1%) zurück. Der Deckungsgrad der notleidenden Forderungen durch Wertberichtigungen stieg auf 96,0% (94,2%).
Serbien
Wirtschaftliches Umfeld
2025 wurde die Entwicklung der serbischen Volkswirtschaft in erster Linie durch die Inlandsnachfrage getrieben, während die Auslandsnachfrage relativ schwach war, insbesondere vor dem Hintergrund des langsameren Wachstums in Deutschland, dem Haupthandelspartner des Landes. Ausländische Direktinvestitionen sowie die Investitionstätigkeit im Allgemeinen waren nicht so ausgeprägt wie im Vorjahr. Die Entwicklung des Agrarsektors fiel nur moderat aus. Die Arbeitslosenquote blieb mit 8,6% unverändert. Das reale BIP stieg um 2,0%, und das BIP pro Kopf stieg auf EUR 13.500.
Die Finanzlage Serbiens blieb relativ solide. Während das Steueraufkommen von der steigenden Inlandsnachfrage profitierte, stiegen die Ausgaben aufgrund von Förderungen, höheren Pensionszahlungen und Aufwendungen in der Landesverteidigung. Die Hauptstadt Belgrad wird die EXPO 2027 veranstalten, was bereits im Vorjahr Investitionen ausgelöst hatte. Im Oktober 2025 verhängten die Vereinigten Staaten Sanktionen gegen das serbische Ölunternehmen NIS, das mehrheitlich im Eigentum der russischen Firma Gazprom steht und den Kraftstoffbedarf des Landes zu rund 80% deckt. Als Reaktion darauf sah die Regierung in ihren Haushaltsplänen für 2026 RSD 164 Mrd für eine Übernahme von NIS vor, sollte sich dies als notwendig erweisen. Das gesamtstaatliche Defizit Serbiens erhöhte sich geringfügig auf 2,4%. Die Staatsverschuldungsquote gemessen in Prozent des BIP veränderte sich nicht wesentlich und belief sich auf 44,6%.
Die Inflation ging aufgrund sinkender Energie-, Transport- und Kommunikationspreise deutlich zurück. Die serbische Regierung deckelte Großhandels- und Einzelhandelsmargen auf Lebensmittel, Haushaltschemikalien, Hygieneprodukte und Grund-nahrungsmittel. Die Preise im Dienstleistungssektor blieben hingegen auf relativ hohem Niveau. Die durchschnittlichen Verbraucherpreise erhöhten sich um 3,8%, womit die Teuerung innerhalb des Zielbandes der Zentralbank von 3% ± 1,5 Prozentpunkten blieb. Der serbische Dinar zählte wieder zu den stabilsten CEE-Währungen. Der Wechselkurs lag im Bereich um EUR/RSD 117. Die Serbische Nationalbank beließ ihren Leitzinssatz im gesamten Jahresverlauf unverändert bei 5,75%.
2025 bestätigten alle drei führenden Ratingagenturen ihre jeweiligen Ratings der langfristigen Schulden des Landes sowie den Ausblick für Serbien. Standard & Poor’s behielt die Bonitätsbewertung von BBB- bei stabilem Ausblick bei. Fitch bestätigte das Rating von BB+, Moody’s jenes von Ba2, jeweils mit positivem Ausblick.
Marktüberblick
Der serbische Bankenmarkt konnte wieder ein beeindruckendes Wachstum verzeichnen. Der Zuwachs des Kundenkreditvolumens, der sowohl vom Privatkunden- als auch vom Firmenkundengeschäft getrieben war, belief sich auf 15,8%. Im Hypothekargeschäft dominierten weiterhin in Euro indexierte Kredite. Im Firmenkundengeschäft war bei Investitionskrediten positive Dynamik zu verzeichnen. Mit 6,2% war der Anstieg der Kundeneinlagen weniger ausgeprägt, wobei Privatkundeneinlagen stärker zulegten als Firmenkundeneinlagen. Insgesamt lag das Kredit-Einlagen-Verhältnis des Bankensektors bei 80,7%.
Finanzintermediation – Serbien (in % des BIP)
Quelle: Nationalbank von Serbien, Erste Group
Der Bankensektor Serbiens blieb profitabel. Aufgrund der Zinsdeckelung bei Hypothekardarlehen, Konsumkrediten, Überziehungen und Kreditkartengebühren gingen die Betriebserträge des Bankensektors zurück. Die Betriebsaufwendungen blieben trotz steigender Personalkosten unter Kontrolle. Die Anzahl der Zweigstellen verringerte sich weiter. Die Digitalisierung wurde durch das stetige Bestreben der Banken, Kund:innen zunehmend über digitale Kanäle zu betreuen, wesentlich gefördert. Die Kreditqualität blieb gut, der Anteil der notleidenden Forderungen (NPL) lag bei 2,1%. Risikokosten blieben auf niedrigem Niveau. Die Serbische Nationalbank kündigte eine Anhebung des antizyklischen Kapitalpuffers mit 15. Dezember 2026 von 0% auf 0,5% an. Mit 21,0% war die Eigenmittelquote des Bankensektors weiterhin hoch. Die Eigenkapitalrendite blieb mit 19,8% gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert.
Marktanteile – Serbien (in %)
Quelle: Nationalbank von Serbien, Erste Group
2025 fanden keine wesentlichen Fusionen und Übernahmen statt. Die Erste Bank Serbia konnte ihre Position als eine der zehn größten Banken des Landes behaupten. An der Bilanzsumme gemessen weitete sich der Marktanteil auf 6,2% aus. Der Marktanteil im Kreditgeschäft stieg auf 7,1%, wobei der Marktanteil bei Firmenkundenkrediten marginal höher war als bei Privatkunden-krediten, bei Kundeneinlagen ging er leicht auf 6,1% zurück. Die in Euro denominierten Einlagen der Bank überstiegen deutlich die auf serbische Dinar lautenden Einlagen. Das Kredit-Einlagen-Verhältnis der Bank lag bei 98,9%.
Entwicklung des Geschäfts
Jasna Terzić, CEO der Erste Bank Serbia, im Interview
Wie haben Sie Mehrwert für Ihre Kundinnen und Kunden geschaffen?
2025 lag der Fokus der Erste Bank Serbia erneut auf der Schaffung von nachhaltiger Wertschöpfung für unsere Kundinnen und Kunden – sei es durch die Weiterentwicklung von digitalen Bankressourcen, die Vereinfachung von Prozessen oder das Angebot von Lösungen, die auf die Bedürfnisse von Privat- und Firmenkunden zugeschnitten sind. Verbesserte Zugänge zu digitalen Serviceleistungen und Beratungen unterstützten einen leichteren Zugang zu Produkten, erhöhten die Transparenz und ein einheitlicheres Kundenerlebnis an allen Kontaktpunkten, wobei das hohe Niveau der Servicequalität beibehalten wurde.
Welche Maßnahmen haben Sie zur Verbesserung der Produktivität und Effizienzsteigerung der Bank ergriffen?
Die Bank hat ihre betriebliche Leistung und Effizienz durch fortgesetzte Prozessautomatisierung, die Optimierung interner Arbeitsabläufe und ein diszipliniertes Kostenmanagement verbessert. Diese Maßnahmen unterstützten darüber hinaus die Skalierbarkeit und gewährleisteten, dass unsere Bank auch weiterhin gut positioniert ist, um auf geänderte Kundenbedürfnisse und Marktbedingungen zu reagieren. Dazu hat die Erste Bank Serbia die Arbeit an der digitalen Banking-Plattform George erfolgreich weiter vorangetrieben. Die Einführung am serbischen Markt ist für Anfang 2026 geplant und stellt einen bedeutenden Schritt zum besseren Kundenerlebnis bei den täglichen Bankgeschäften dar.
Welche Erfolge oder Herausforderungen waren rückblickend besonders erwähnenswert?
Im abgelaufenen Jahr konnte die Erste Bank Serbia bereits auf einen 20 Jahre währenden erfolgreichen Geschäftsbetrieb auf dem lokalen Markt zurückblicken, was ihre Position als stabiler und bewährter Finanzpartner bestätigt. Das Jahr war von einem soliden Finanzergebnis, einer hohen Eigenkapitalquote und anhaltendem Wachstum sowohl im Privat- als auch im Firmenkundengeschäft geprägt. Erfolge, die trotz des schwierigen makroökonomischen Umfeldes erzielt werden konnten. Dies zeigte sich insbesondere auch in der erstmals EUR 4 Mrd überschreitenden Bilanzsumme und im Anstieg des an Privat- und Firmenkunden vergebenen Kreditvolumens um mehr als 18%.
Ein besonderer Erfolg war die weitere Expansion nachhaltiger und inklusiver Finanzierungen mit Unterstützung der EBRD, der Europäischen Union und EIB Global. Diese Partnerschaften ermöglichten gezielte Finanzierung umweltfreundlicher Investitionen, von Energieeffizienzprojekten und sozial inklusiven Unternehmen. Für unser starkes und fortgesetztes Bekenntnis zu den ESG-Grundsätzen erhielt die Bank Anerkennung in Form von Auszeichnungen für Nachhaltigkeit und Inklusion, was unsere Reputation als verantwortungsvoller Arbeitgeber und unsere führende Position in nachhaltigem Banking in Serbien bestätigte.
Finanzergebnis
Die Segmentberichterstattung erfolgt währungsbereinigt. Der serbische Dinar (RSD) blieb im Vergleichszeitraum gegenüber dem Euro stabil. Der Zinsüberschuss im Segment Serbien, das den Teilkonzern Erste Bank Serbia Group umfasst, verbesserte sich geringfügig. Der Provisionsüberschuss stieg dank höherer Erträge aus dem Wertpapiergeschäft, dem Zahlungsverkehr und der Versicherungsvermittlung. Das Handelsergebnis & Gewinne/Verluste aus Finanzinstrumenten (FVPL) verbesserte sich dank eines höheren Beitrags aus dem Fremdwährungsgeschäft. Die Betriebsaufwendungen stiegen vor allem aufgrund höherer IT-Kosten und Abschreibungen. Der Beitrag zur Einlagensicherung blieb mit EUR 6 Mio stabil. Damit verbesserte sich das Betriebsergebnis, während sich die Kosten-Ertrags-Relation verschlechterte. Das Ergebnis aus Wertminderungen von Finanzinstrumenten verschlechterte sich aufgrund der Ausweitung des Portfolios und der Rekalibrierung von Risikoparametern. Die Verschlechterung im sonstigen Erfolg war durch im Vorjahr verzeichnete positive Einmaleffekte bedingt. Insgesamt blieb das den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnende Periodenergebnis nahezu unverändert.
Kreditrisiko
Das Kreditrisikovolumen im Segment Serbien stieg deutlich auf EUR 4,9 Mrd (+12,5%). Kredite und Darlehen an Kunden verzeichneten ein noch dynamischeres Wachstum und erreichten EUR 2,7 Mrd (+18,0%). Dabei legten Firmenkundenkredite deutlich stärker zu (+25,6%) als Privatkundenkredite (+10,4%). Die notleidenden Ausleihungen sanken auf 2,0% (2,6%) der gesamten Forderungen an Kunden. Die Wertberichtigungen erhöhten sich auf 107,3% (103,5%) der notleidenden Ausleihungen.