04.11.2016 

Erste Group zum 3.Quartal mit Nettogewinn von EUR 1,18 Mrd

Verbesserte Asset Quality; Betriebserträge spiegeln Niedrigzinsumfeld wider

„Unsere Geschäftsentwicklung zum dritten Quartal spiegelt die Trends wider, die bereits zum Halbjahr erkennbar waren: Die Asset Quality hat sich weiter verbessert und die Risikokosten gingen nochmals zurück; das anhaltende Niedrigzinsniveau lässt sich an den leicht zurückgehenden Betriebserträgen ablesen, während unsere Investitionen in IT und Datenkapazitäten die Betriebsaufwendungen steigen ließen. Mit mehr als vier Milliarden Euro die in den ersten neun Monaten dieses Jahres an neuen Krediten vergeben wurden, war das Kreditwachstum zufriedenstellend. Die Kundeneinlagen stiegen um mehr als sechs Milliarden Euro im selben Zeitraum. Für uns ist dies ein eindeutiges Zeichen, dass unsere Kunden Gespartes nicht in den Konsum stecken, sondern die Auswirkungen des Niedrigzinsumfelds dadurch ausgleichen, dass sie dieses Geld zur Seite legen.

Die Wachstumsdynamik in Zentral- und Osteuropa liegt weiterhin über dem Durchschnitt der Eurozone. Unsere Tochterunternehmen lieferten durchwegs ordentliche Ergebnisse und trugen somit zu unserem guten Nettoergebnis von knapp 1,2 Milliarden Euro für die ersten neun Monate des Jahres bei. Mit einer Kernkapitalquote von nunmehr 13,2 Prozent haben wir unsere Kapitalausstattung seit Beginn der Finanzkrise verdreifacht.

So wie wir im Moment aufgestellt sind, sehen wir eine stabile Basis für eine anhaltend gute Profitabilität der Gruppe in einem weiterhin schwierigen Umfeld“, sagte Andreas Treichl, Vorstandsvorsitzender der Erste Group Bank AG.
 

Kurzüberblick

Im Zwischenlagebericht werden die Finanzergebnisse Jänner bis September 2016 mit jenen von Jänner bis September 2015 und die Bilanzwerte zum 30. September 2016 mit jenen zum 31. Dezember 2015 verglichen.

Der Zinsüberschuss ging – im Wesentlichen bedingt durch das anhaltend niedrige Marktzinsniveau und den anhaltenden NPL-Abbau – auf EUR 3.267,5 Mio (-1,7%; EUR 3.324,3 Mio) zurück. Das Kreditwachstum konnte die Entwicklung nicht vollständig kompensieren. Der Provisionsüberschuss sank auf EUR 1.319,8 Mio (-3,8%; EUR 1.372,6 Mio), vor allem aufgrund geringerer Erträge aus dem Wertpapiergeschäft und aus Zahlungsverkehrsdienstleistungen. Das Handels- und Fair Value-Ergebnis reduzierte sich geringfügig auf EUR 191,6 Mio (-0,7%; EUR 193,0 Mio). Die Betriebserträge gingen damit auf EUR 4.959,7 Mio (-2,6%; EUR 5.090,9 Mio) zurück. Der Verwaltungsaufwand stieg auf EUR 2.963,0 Mio (+3,9%; EUR 2.852,4 Mio), wesentlich bedingt durch höhere IT-Kosten sowie höhere Personalaufwendungen von EUR 1.724,7 Mio (+3,4%; EUR 1.667,5 Mio). Daraus resultierte ein Rückgang im Betriebsergebnis auf EUR 1.996,6 Mio (-10,8%; EUR 2.238,5 Mio). Die Kosten-Ertrags-Relation belief sich auf 59,7% (56,0%). Im Gewinn aus finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten, nicht erfolgswirksam zum Fair Value bilanziert (netto), ist ein im zweiten Quartal verbuchter Gewinn aus dem Verkauf der Anteile an VISA Europe in Höhe von EUR 138,7 Mio erfasst.

Die Wertberichtigungen für nicht erfolgswirksam zum Fair Value bilanzierte finanzielle Vermögenswerte (netto) sanken deutlich auf EUR 63,2 Mio bzw. 6 Basispunkte des durchschnittlichen Bruttokundenkreditbestands (-87,8%; EUR 518,4 Mio bzw. 53 Basispunkte), bedingt durch den deutlichen Rückgang von notleidenden Krediten und höhere Erträge aus Eingängen abgeschriebener Forderungen in Rumänien und Ungarn. Die NPL-Quote verbesserte sich erneut auf 5,5% (7,1%). Die NPL-Deckungsquote lag bei 67,7% (64,5%).

Der sonstige betriebliche Erfolg belief sich auf EUR -252,4 Mio (EUR -377,4 Mio). Darin enthalten sind Aufwendungen für jährliche Beitragszahlungen in Abwicklungsfonds in Höhe von EUR 64,6 Mio (EUR 56,2 Mio). Die Banken- und Finanztransaktionssteuern sanken auf EUR 151,7 Mio (EUR 187,7 Mio), was auf die signifikante Reduktion der ungarischen Bankenabgaben auf EUR 47,4 Mio (EUR 74,6 Mio) zurückzuführen war. In Österreich gingen die Belastungen mit EUR 85,6 Mio (EUR 95,6 Mio) leicht zurück, in der Slowakei beliefen sie sich auf EUR 18,6 Mio (EUR 17,5 Mio).

Das den Minderheiten zuzurechnende Periodenergebnis ging auf EUR 245,6 Mio (EUR 275,0 Mio) zurück, da die Ergebnisbeiträge der Haftungsverbund-Sparkassen von historisch sehr hohen Niveaus etwas zurückgegangen sind. Das den Eigentümern des Mutterunternehmens zuzurechnende Periodenergebnis stieg auf EUR 1.179,2 Mio (EUR 764,2 Mio).

Das gesamte Eigenkapital stieg auf EUR 16,5 Mrd (EUR 14,8 Mrd). Nach Vornahme der in der Eigenkapitalverordnung (CRR) festgelegten Abzugsposten und Filter stieg das harte Kernkapital (CET 1, Basel 3 aktuell) auf EUR 13,3 Mrd (EUR 12,1 Mrd), die gesamten regulatorischen Eigenmittel (Basel 3 aktuell) beliefen sich auf EUR 18,5 Mrd (EUR 17,6 Mrd). Bei der Berechnung wurden der Halbjahreszwischengewinn, nicht jedoch jener des dritten Quartals, hinzugerechnet und die Risikokosten des dritten Quartals abgezogen. Das Gesamtrisiko, die risikogewichteten Aktiva aus Kredit-, Markt- und operationellem Risiko (Basel 3 aktuell), stieg auf EUR 100,7 Mrd (EUR 98,3 Mrd). Die harte Kernkapitalquote (CET 1, Basel 3 aktuell) lag bei 13,2% (12,3%), die Eigenmittelquote (Basel 3 aktuell) bei 18,4% (17,9%).

Die Bilanzsumme stieg auf EUR 206,8 Mrd (EUR 199,7 Mrd). Die Kundenkredite (netto) stiegen auf EUR 129,0 Mrd (+2,5%; EUR 125,9 Mrd), der Handelsbestand erhöhte sich auf EUR 9,7 Mrd (EUR 8,7 Mrd). Passivseitig gab es einen Zuwachs bei Einlagen von Kreditinstituten auf EUR 15,2 Mrd (+7,1%; EUR 14,2 Mrd), die Kundeneinlagen stiegen auf EUR 134,0 Mrd (+4,7%; EUR 127,9 Mrd). Die verbrieften Verbindlichkeiten – vor allem Anleihen und Hypothekenpfandbriefe – sanken auf EUR 27,3 Mrd (-7,9%; EUR 29,7 Mrd). Das Kredit-Einlagen-Verhältnis lag bei 96,2% (98,4%).
 

Ausblick für 2016 & 2017

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen sollten Kreditwachstum unterstützen. Für die wichtigsten CEE-Märkte, inklusive Österreich, wird für 2016 ein reales BIP-Wachstum von 1,3 bis 4,5% erwartet, für 2017 2 bis 3% in CEE und etwa 1,5% in Österreich, in erster Linie getragen durch robuste Inlandsnachfrage, wobei in CEE Reallohnzuwächse und sinkende Arbeitslosigkeit die Wirtschaftstätigkeit fördern sollten. Für CEE gehen wir weiterhin von soliden Staatsfinanzen aus.

Erwartete Eigenkapitalverzinsung um immaterielle Vermögenswerte bereinigt (ROTE): über 12% in 2016 (auf Basis des durchschnittlichen um immaterielle Vermögenswerte bereinigten Eigenkapitals 2016). Damit sind die Weichen gestellt für eine Dividende von EUR 1 pro Aktie (plus 100% gegenüber 2015), das entspricht einer Dividendenrendite von etwa 3,5%.

Für 2017 wird ein ROTE-Ziel von über 10% festgesetzt (basierend auf dem durchschnittlichen um immaterielle Vermögenswerte bereinigten Eigenkapital 2017 sowie einer bereits 2016 erfolgten einmaligen österreichischen Bankensteuersonderzahlung). Folgende Annahmen werden zugrunde gelegt: bestenfalls stabile Einnahmen (unter Zugrundelegung eines Nettokreditwachstums von über 5%), ein Kostenanstieg von 1 bis 2% im Zusammenhang mit Digitalisierung, ein Anstieg der Risikokosten – wenn auch auf ein im langjährigen Vergleich immer noch niedriges Niveau – sowie ein positiver Effekt auf das sonstige betriebliche Ergebnis dank niedrigerer Bankensteuern in Österreich.

Risikofaktoren für die Prognose. Risiken im Zusammenhang mit der expansiven Geldpolitik der Zentralbanken inklusive Negativzinsen, politische Risiken (beispielsweise die rechtzeitige Umsetzung der Senkung der österreichischen Bankensteuer), geopolitische und weltwirtschaftliche Entwicklungen oder Konsumentenschutzaktivitäten.